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Kamp-Lintfort
Rat und Hilfe für ältere Menschen

Kamp-Lintfort: Rat und Hilfe für ältere Menschen
Jeanette Fritz vom Sozialamt der Stadt mit den ehrenamtlichen Helfern Violetta Tanzyna Brigitte Lengeling und Willi Uroniger (von links). FOTO: Siwe
Kamp-Lintfort. In der "Anlaufstelle" an der Ferdinantenstraße 17 finden Senioren Unterstützung bei Alltagsproblemen vom Ausfüllen eines Formulars bis zum Umgang mit der TV-Fernbedienung. 15 Ehrenamtler bieten ihre Kenntnisse und Fähigkeiten ein. Von Jutta Langhoff

Klein gedruckte Bedienungsanleitungen, ein zu leiser Anrufbeantworter beim Arzt, unverständliche Behördenbriefe oder einfach nur eine kaputte Glühbirne im Keller. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die alten Menschen den Alltag schwer machen. Ihnen in solchen und ähnlichen Fällen zu helfen, ist das Anliegen einer neuen städtischen Servicestelle, die seit Anfang August an der Kamp-Lintforter Ferdinantenstraße 17 ihre Türen geöffnet hat. Unter dem Namen "Anlaufstelle für ältere Menschen" können hier an drei Vormittagen und einem Nachmittag pro Woche ältere Menschen Ratschläge und tätige Unterstützung bei der Bewältigung zahlreicher unterschiedlicher Alltagsprobleme finden.

"Viele eigentlich noch recht rüstige Senioren mögen nur ungern ins Rathaus kommen, weil sie dort nicht wissen, wo sie genau anklopfen sollen", weiß Jeanette Fritz, die als Seniorenberaterin beim städtischen Sozialamt für die neue Anlaufstelle verantwortlich ist. "Deswegen haben wir beschlossen, in die Stadtteile zu gehen. Der Grund, warum wir damit im Geisbruch anfangen, ist, weil hier und im angrenzenden Gestfeld besonders viele alte Menschen wohnen, und weil die Ferdinantenstraße mit ihren Geschäften, der Sparkassenfiliale und dem Wochenmarkt eine strategisch günstige Anlauflaufstelle ist, die noch dazu leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden kann. Wenn unser Angebot hier gut angenommen wird, sollen in anderen Stadtteilen eventuell ähnliche Anlaufstellen eingerichtet werden."

Die Chancen dafür stehen gut, denn, obwohl die Einrichtung im Geisbruch erst seit zwei Monaten besteht, wird sie nach Aussage von Jeanette Fritz schon sehr ausgiebig in Anspruch genommen. "Viele kommen, um sich von uns bei der Beantragung eines Behindertenausweises oder anderen amtlichen Angelegenheiten helfen zu lassen", berichtet Gertrud Groß. Die 65-Jährige ist eine von 15 Ehrenamtlichen, die in der Anlaufstelle als Helfer und Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Dabei bringt jeder seine ganz speziellen beruflichen Fähigkeiten mit ein, oder weiß zumindest, an wen man sich mit seinem Anliegen wenden kann.

"Wir müssen nicht alles wissen, wir müssen nur wissen, wen wir fragen können", erklärt ihr Kollege Rainer Stracke. Er war vor seiner Pensionierung lange Jahre bei der Agentur für Arbeit und beim Bundesamt für Migration beschäftigt und hat aus dieser Zeit noch viele behördliche Kontakte, kennt sich aber auch in handwerklichen Dingen ganz gut aus. "Ich weiß noch", erinnert er sich. "Mein erster Besucher hier war ein 94-jähriger Mann, der nach der Umstellung seiner Fernsehkanäle Schwierigkeiten mit seiner Fernbedienung hatte. Ihm konnte natürlich geholfen werden."

Für andere Dienstleistungen, wie zum Beispiel Begleitungen zum Arzt, das Hochtragen von schweren Einkäufen oder das Festziehen einer Schraube am Treppengeländer kommen er und seine Mitstreiter auch schon mal zu den Hilfesuchenden nach Hause.

Bei größeren Reparaturen oder haushälterischen Arbeiten, so wie bei familiären oder gesundheitlichen Problemen verstehen sie sich dagegen lediglich als Vermittler, wie Jeannette Fritz ausdrücklich betont : "Wir sind keine Konkurrenz zu anderen Sozialeinrichtungen oder gar zu irgendwelchen Handwerksbetrieben. Wir sind lediglich ein Brücke."

Quelle: RP
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