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Kamp-Lintfort
Schießen nach schärferen Richtlinien

Kamp-Lintfort: Schießen nach schärferen Richtlinien
In der umgebauten Schießanlage (von links): Hermann Köster (Vorstandsmitglied), Hassim Krifa (Wirt), Hans-Gerd Müller (1. Schießwart), Marion Köster (1. Vorsitzende Schützenverein Freischütz) und Ernst Tischer (2. Vorsitzender) FOTO: Arnulf Stoffel
Kamp-Lintfort. Der Schützenverein Freischütz musste seine Schießanlage umbauen, wie die meisten Schützenvereine. Grund sind die Schießstandrichtlinien, die vor vier Jahren in Kraft traten und jetzt umgesetzt sind. Von Peter Gottschlich

In den letzten Monaten war der Schießstand des Schützenvereins Freischütz Kamperbruch eine Baustelle. "Fast jeden Tag waren Hans-Gerd Müller, Gerhard Keesen und mein Mann Hermann Köster hier, um den Schießstand umzubauen", erzählt die Vorsitzende Marion Köster. "Sie haben im April angefangen. Anfang Oktober waren sie fertig. Jetzt ist die Anlage abgenommen." So können die 25 aktiven Schützen des Schützenvereins von 1927 wieder regelmäßig auf dem Schießstand üben. Der liegt an der Gaststätte Carthago nahe der Kreuzung von B 510 und Saalhoffer Straße.

Grund für den Umbau sind die neuen Schießstandrichtlinien, die Ende Oktober 2012 in Kraft traten. Da sie bei Sicherheit, Schallschutz und Umweltschutz erheblich schärfer als die alten Richtlinien sind, mussten die meisten Schützenvereine ihre Schießanlagen nachrüsten, so auch der Schützenverein Freischütz. "Die letzte Abnahme hatten wir im März 2012", blickt Vorstandsmitglied Hermann Köster zurück. "Damals galten noch die alten Vorschriften, nach denen alles in Ordnung war."

Das war im März 2016 anders, als sich Rene Flintrop als Sachverständiger des Kreises die Anlage anschaute, die drei 50-Meter-Schießbahnen für Kleinkaliber besitzt. "Alle vier Jahre findet eine Regelprüfung statt", erzählt Ernst Tischer als stellvertretender Vorsitzender. "Sie ist vergleichbar mit dem Tüv beim Auto alle zwei Jahre."

Der Sachverständige stellte erhebliche Mängel fest, die er in einem Gutachten notierte. Die Freischützen mussten die Zieleinrichtung komplett erneuern. Zum Beispiel mussten sie die Wände mit Stahlplatten versehen, den Kugelfang ersetzen und Schallschutzplatten anbringen. Außerdem mussten sie den Boden der offenen Schießbahnen ersetzen, die durch hohe Seitenwände, aber nicht durch ein Dach begrenzt sind. Oder sie hatten Türen auszuwechseln, eine Alarmanlage zu installieren und ein Gebläse einzubauen, der den Schmauch wegbläst, der beim Schießen entsteht.

Insgesamt 5500 Euro investierten die Freischützen in ihre Anlage, die seit 1964 in Betrieb ist. "Dazu kommen rund 1200 Stunden Eigenleistung, die wir eingebracht haben", sagt Hermann Köster. Die Summe finanzierten sie aus Rücklagen. Dazu fanden sie Sponsoren und die Unterstützung durch den Stadtsportverband. Findet doch auf dieser Schießanlage seit über 50 Jahren die Stadtmeisterschaft im Kleinkaliberschießen statt, bei der alle Schützenvereine teilnehmen, die dem Stadtsportverband angehören. "Wir danken allen Gönnern und Sponsoren ", sagt Marion Köster. "Ohne sie hätten wir den Umbau nicht leisten können."

Quelle: RP
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