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Kamp-Lintfort
Schüler bauen selbst einen 3D-Drucker

Kamp-Lintfort: Schüler bauen selbst einen 3D-Drucker
Die neue Hightech-Werkstatt ist gestern in Betrieb genommen worden. Bei der Vorstellung in der Hochschule Rhein-Waal hieß es: "In Kamp-Lintfort wird die Zukunft gedruckt". Projektleiter Martin Kreymann zeigte den Besuchern die 3D-Drucker, die man selber bauen kann. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Die Hochschule Rhein-Waal hat gestern das "FabLab" offiziell in Betrieb genommen. Die Bezeichnung steht für eine Hightech-Werkstatt mit 3D-Druckern. Die Werkstatt soll künftig allen Interessierten offen stehen. Von Anja Katzke

In einem Einspielfilm, der gestern im Technikum der Hochschule Rhein-Waal zur Eröffnung des "FabLabs" gezeigt wurde, hieß es: "In Kamp-Lintfort wird die Zukunft gedruckt." Das klingt zwar ein wenig dick aufgetragen, liegt aber gar nicht so fern: FabLab ist die Abkürzung für Fabrication Laboratory und ist eine mit Spitzentechnologie ausgestattete Hightech-Werkstatt. Sie steht künftig nicht nur Studenten, Professoren und Dozenten für Projekte zur Verfügung, sondern auch hiesigen Unternehmen, Existenzgründern und Schülern.

Das "FabLab" wurde auf Initiative der Hochschule Rhein-Waal und dem ZDI-Zentrum, das auf dem Campus in Kamp-Lintfort angesiedelt ist, auf den Weg gebracht. ZDI steht für Zukunft durch Innovation und hat zum Ziel, junge Menschen für Technik und Naturwissenschaften zu begeistern. In der Hightech-Werkstatt, die gestern Nachmittag offiziell in Betrieb genommen wurde, können auf 500 Quadratmetern die verschiedensten Produkte mit computergesteuerten Maschinen entwickelt und hergestellt werden.

Herzstücke der Einrichtung sind 3D-Drucker, Scanner, ein Lasercutter, CNC-Präzisionsfräsen, eine Vakuumpresse sowie weitere kleine Industriemaschinen. Beim 3D-Druck handelt es sich um ein Fertigungsverfahren, bei dem dreidimensionale Objekte auf Basis von digitalen Konstruktionsplänen Schicht für Schicht hergestellt werden. Hochschule und ZDI-Zentrum haben zehn Drucker unterschiedlicher Hersteller für das FabLab angeschafft - je nach Vorhaben können so die verschiedensten Objekte gedruckt werden. "Die Stiftung Standort - Zukunftssicherung des Kreises Wesel hat uns eine Förderung von 24 000 Euro zugesagt, mit der wir jetzt auch einen Schokoladen- und Keramik-Drucker anschaffen können", berichtete Martin Kreymann, ZDI-Projektleiter. Ziel der Hochschule Rhein-Waal ist es, die zukunftsorientierten Techniken in unserer Region verfügbar zu machen. "Unser FabLab gehört heute schon zu den best ausgestatteten überhaupt", erläuterte Karsten Nebe, Direktor der neuen Einrichtung.

Das erste FabLab wurde 2002 in den USA gegründet. Weltweit sind mittlerweile mehr als 200 in Betrieb oder in Planung. In Deutschland wurde das erste 2009 an der RWTH Aachen eröffnet. An der Fakultät Kommunikation und Umwelt firmiert das Projekt unter dem Namen "ZDI-FabLab@school". Es bietet insbesondere Schulen, die diese moderne Technik nicht vorhalten, die Möglichkeit, die Schüler mit der zukunftsweisenden digitalen Fertigungstechnologie in Workshops bekanntzumachen. Sie können zum Beispiel selbst einen 3D-Drucker herstellen. Es wird alles vermittelt, was zur Inbetriebnahme des Druckers benötigt wird. "Er repliziert sich quasi selbst. Es werden nur wenige Bauteile aus dem Baumarkt benötigt", erklärte Kreymann.

Die Workshops für Schulen werden seit einigen Wochen angeboten, sechs Schulen aus Moers, Kamp-Lintfort und Wesel waren mit ihren Schülern bereits vor Ort. Doch auch die Hochschule selbst profitiert von der modernen Technik. Sie kann ihr Studienangebot deutlich erweitern. Das FabLab, das durch EU-Mittel gefördert wird und in das die Hochschule rund 400 000 Euro investiert, soll aber auch offene Werkstatt und soziale Plattform sein, in der sich künftig Interessierte aus verschiedensten Professionen treffen, um eigene Ideen zu realisieren.

Quelle: RP
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