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Kamp-Lintfort
Schüler entdecken Berufe in der Chemie

Kamp-Lintfort: Schüler entdecken Berufe in der Chemie
Luca Uzkureit, angehender Chemikant im dritten Lehrjahr zeigt den Schülerinnen Jessica Strauch (links) und Leah Gossens ein Experiment. FOTO: CHristoph Reichwein
Kamp-Lintfort. Bei einem Aktionstag in der Kamp-Lintforter Stadthalle haben Unternehmen und Hochschulen aus der Region über die Ausbildung in der Branche informiert. Rund 500 Jugendliche nutzten das Angebot. Von Ulrike Rauhut

Chemie steckt in vielen Alltagsgegenständen. Kunststoffe, Farben, Computerchips und Kosmetikprodukte, die kennt jedes Kind. Aber welche Berufe dahinter stecken, ist weniger bekannt. Um Schülern die breite Palette der Berufsbilder in der Branche vorzustellen, veranstaltet die Unternehmerschaft Chemie Niederrhein gemeinsam mit der Agentur für Arbeit alljährlich einen Chemie-Aktionstag. Gestern hatten dazu wieder sieben Unternehmen aus der Region sowie die Hochschulen Niederrhein und Rhein-Waal ihre Infostände im Foyer der Kamp-Lintforter Stadthalle aufgebaut. 500 Schüler unterschiedlicher Schulformen, die sich für einen der 50 verschiedenen Berufe der Branche interessieren, nutzten den Vormittag, um sich umfassend zu informieren.

"Für naturwissenschaftlich interessierte Jugendliche bietet die chemische Industrie sichere und zukunftsorientierte Arbeitsplätze", erklärte Astrid Holzhausen von der Unternehmerschaft Niederrhein. "Und nicht zuletzt auch gute Verdienstmöglichkeiten." Um einen Einstieg ins Gespräch zu erleichtern und als Anreiz, auch wirklich alle Stationen zu besuchen, bekamen die Jugendlichen eine Art Laufzettel an die Hand. Zu jedem Stand war darauf eine Frage notiert. Wer alle Fragen beantwortete und den Zettel mit seiner Anschrift versehen in die Losbox warf, der konnte einen von mehreren Geldpreisen gewinnen.

Die Firma Ineos Solvents mit Standorten in Herne und Moers stellt sauerstoffhaltige Lösemittel für die chemische Industrie her. An ihrem Infostand war eine spannende Apparatur aufgebaut, an der die Neutralisation von Abwässern dargestellt wurde. Tim Schüttrigkeit und Luca Uzkureit, beide im dritten Lehrjahr zum Chemikanten, erklärten den Schülern bereitwillig alles, was sie wissen wollten. Sie gaben konkrete Tipps, beispielsweise zur Bewerbung und zu Eignungstests. Auch, dass man sich bei mehreren Firmen bewerben sollte und dass man sich über die Nachteile der Schichtarbeit klar sein sollte, gaben sie mit auf den Weg.

Ausbilder Claus Clemens beobachtete erfreut, wie seine Schützlinge es schafften, den Jugendlichen einen realistischen Einblick in den Beruf zu verschaffen. Befragt zu den Voraussetzungen für diesen Lehrberuf sagte er: "Das Wichtigste sind die Sozialkompetenzen. Dass sie lernen wollen und teamfähig sind, darauf kommt es an. Alles andere lernen sie dann bei uns."

Motivation und Interesse bringt Kubilay Karakaya schon mit. Er geht in die neunte Klasse der Moerser Heinrich-Pattberg-Realschule und kann gute Noten in Biologie und Chemie vorweisen. Im September möchte er sich unter anderem bei Ineos Solvents um einen Ausbildungsplatz bewerben. Das Gespräch mit den beiden Auszubildenden hat seinen Wunsch bestärkt. "Ich habe mich auch nach den Aufstiegschancen erkundigt. Vielleicht will ich nach der Ausbildung noch studieren", sagte der Sechzehnjährige. Einen Praktikumsplatz bei Currenta in Krefeld hat er bereits.

Neben den persönlichen Gesprächen mit den anwesenden Firmen gab es eine Übersicht über sämtliche Ausbildungsplätze bei chemischen Unternehmen sowie Hinweise auf Ausbildungsportale wie beispielsweise www.dasbringtmichweiter.de/typisch%20ich der Bundesagentur für Arbeit.

Quelle: RP
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