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Kamp-Lintfort
Schülerinnen fordern Wahlrecht mit 16

Kamp-Lintfort: Schülerinnen fordern Wahlrecht mit 16
Ilkay Söylemis (l.) und Julia Müller vom Georg-Forster-Gymnasium in Kamp-Lintfort nehmen an der RP-Landtagsaktion "Deine Stimme zählt" teil. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Die beiden Schülerabgeordneten des Georg-Forster-Gymnasiums in Kamp-Lintfort engagieren sich für die Jugend. Von Merlin Bartel

Der Landtagswahlkampf geht in die heiße Phase, genauso wie die RP-Aktion "Deine Stimme zählt": Am 14. Mai wird in Nordrhein-Westfalen gewählt, doch zuvor - am 30. März - dürfen zwei Schüler im Düsseldorfer Apollo-Theater mit Landespolitikern diskutieren. Wer zum Schülerminister gewählt wird, entscheidet sich in den nächsten Tagen. 40 Schulen aus NRW machen mit und haben jeweils zwei Schülerabgeordnete gewählt, die wiederum die Minister wählen.

Zu den Anwärtern auf die zwei Ämter im Schüler-Landtag zählen auch Ilkay Söylemis (18) und Julia Müller (17) vom Georg-Forster-Gymnasium in Kamp-Lintfort. Beide besuchen den Sozialwissenschafts-Leistungskurs: Söylemis in der zwölften Klasse, Müller in der elften. "Ich bin seit etwa fünf Jahren bei den Jusos (SPD) in Kamp-Lintfort aktiv", erzählt Söylemis. "Ich habe vor, später in die Politik zu gehen." Auch Julia Müller willigte dem Vorschlag ihres Sozialwissenschaftslehrers Norbert Kouker schnell ein, an der Aktion teilzunehmen. "Ich interessiere mich schon immer für Politik", sagt sie. "Vergangenes Jahr habe ich bei einem Schulausflug eine Rede im Landtag gehalten; das hat Spaß gemacht."

Die beiden Gymnasiastinnen erstellen für das Landtagsprojekt jeweils ein einminütiges Video, in dem sie ihre Forderungen an die Politiker darstellen und sich um die Stimmen der anderen Schülerabgeordneten in NRW bewerben. Am Ende der Videos stehen sie zusammen vor der Kamera und nennen ihre Forderungen.

Obwohl sich die Vorgehensweise der beiden unterscheidet, bringen beide ihre Ideen auf den Punkt: Ilkay Söylemis hat ihr Video auf der LK-Fahrt nach Brüssel im EU-Parlament gedreht; Julia Müller holte sich Unterstützung von ihren Mitschülern, die auf humorvolle Weise Szenen nachstellen, um ihre Forderung klarzumachen." Beide sind sich jedoch einig: "Wir hatten so viele Ideen, aber in einer Minute kann man nicht alle Details nennen - daher mussten wir das Wichtigste auswählen." Julia Müller hinterfragt in ihrem Video die Entscheidung für G8. "Wer hat sich das ausgedacht?", fragt sie. "Wir haben bis nachmittags Schule und müssen dann auch noch lernen. So bleibt wenig Zeit für Hobbys." Zudem möchte sie Jugendlichen politische Prozesse näherbringen.

Ilkay Söylemis war als Schülersprecherin aktiv und möchte nun bei der Aktion anderen Schülern eine Stimme verleihen: "Ich will als Repräsentantin die Jugend in wichtigen Entscheidungen vertreten", sagt sie. "Nicht jeder interessiert sich für Politik, das sieht man an der niedrigen Wahlbeteiligung. Allerdings sollten diejenigen, die eine politische Meinung haben, auch das Recht bekommen zu wählen - auch wenn sie erst 16 Jahre alt sind." Außerdem fordert sie in ihrem Video höhere staatliche Ausgaben für politische Bildung von Kindern und Jugendlichen. "Bislang müssen wir sowas selbst bezahlen, weshalb viele nicht nach Brüssel oder Düsseldorf fahren."

Julia Müller und Ilkay Söylemis stehen in ständigem Austausch mit ihren Freunden, Mitschülern und LK-Lehrer Norbert Kouker: "Wir haben viel Zuspruch und wertvolle Tipps erhalten", sagen die zwei. "Alle drücken uns die Daumen für die Wahl."

Quelle: RP
 
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