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Kamp-Lintfort
Schülerinnen setzen Roboter in Szene

Kamp-Lintfort: Schülerinnen setzen Roboter in Szene
Antje Mülder, Marie Burghardt und Nicole Bruch vom Georg-Forster-Gymnasium bei der Probe ihrer Star Wars-Performance. Zu ihrer Gruppe gehörte auch Julian Schnock. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Beim Wettbewerb der Offensive "Zukunft durch Innovation" geht es darum, Kinder und Jugendliche spielerisch an Technik heranzuführen. Gestern fand an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort eine Regionalausscheidung statt. Von Josef Pogorzalek

Danny träumt davon, ein berühmter Pianist zu werden. Nach der Schule tritt er aber ein Literaturstudium an. Die Mutter verspricht, ihn so gut wie möglich zu unterstützen. Um über die Runden zu kommen, legt Danny nachts als DJ in einer Diskothek Musik auf. Nach einiger Zeit verliert er die Lust am Studium, geht an eine Musikschule, wird dort entdeckt - und tatsächlich ein großer Pianist. Am Ende spielt er "Für Elise". Applaus.

Hauptdarsteller der Geschichte, die sich Schülerinnen der Anne-Frank-Gesamtschule Moers ausgedacht haben, ist ein Lego-Roboter. Er wurde als Danny gewandet und so programmiert, dass er die Geschichte des jungen Mannes in einer kleinen Kulisse "spielt", während die Schülergruppe die Geschichte erzählt und Dialoge spricht. Zur Aufführung gelangte die Roboter-Performance gestern in den Räumen der Hochschule Rhein-Waal an der Südstraße in Kamp-Lintfort. Dort fand eine von insgesamt 15 Regionalausscheidungen des ZDI-Roboterwettbewerbs statt. Zehn Teams aus Kamp-Lintfort, Moers, Wesel, Essen, Krefeld, Stadtlohn, Geldern und Duisburg kämpften um den Einzug ins Finale am 25. Juni in Mülheim.

ZDI, das ist die Offensive "Zukunft durch Innovation", die mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Schule und Politik den naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchs fördert. Das landesweite ZDI-Netz umfasst 46 Standorte, einer ist an der Hochschule Rhein-Waal. Den Roboter-Wettbewerb schreibt ZDI seit elf Jahren aus. "Wir wollen die Jugend spielerisch an Technik heranführen", sagte gestern Projektleiter Rainer Hagedorn. Schüler im Alter von acht bis 16 Jahren dürfen mitmachen. In diesem Jahr beteiligen sich insgesamt 160 Schulen und rund 1000 Mädchen und Jungen. Um den Mädchenanteil am Wettbewerb zu heben, wurde für sie ein eigener Wettbewerb gestartet, die gestrige Runde in Kamp-Lintfort gehörte dazu. Allzu streng ist die Geschlechtertrennung aber nicht: Ein Drittel der "Mädchengruppen" darf aus männlichen Mitgliedern bestehen.

Die Aufgabe für die Gruppen bestand darin, sich eine Handlung zum Thema "Wege ins Studium undin den Beruf" auszudenken und diese mithilfe von Lego-Robotern aufzuführen. Eine Jury aus Fachleuten des Fraunhofer-Instituts bewertete die Kreativität und die technische Umsetzung der kleinen Stücke. Die Schülerinnen mussten ihre Arbeit auch dokumentieren: Welche Idee steckt hinter ihrer Geschichte? Wie wurde der Roboter programmiert? Wie war die Aufgabenteilung? Neben der Weiterleitung zum Finale winkten den Wettbewerbsteilnehmern Pokale, Medaillen und Urkunden. Letztere seien besonders begehrt, weil sie den Bewerbungsunterlagen beigelegt werden können, sagte Rainer Hagedorn. "Es macht sich gut in der Bewerbung, wenn man beim Wettbewerb vorne landet."

Die "Forster Performer" aus der 8d des Georg-Forster-Gymnasiums Kamp-Lintfort hatten sich schon 2015 am Roboterwettbewerb beteiligt. "Diesmal wollen wir mit einer außergewöhnlichen Geschichte einen besseren Platz belegen", erzählte Antje Mülder. Das Team verlegte seine Geschichte in eine Star-Wars-Kulisse aus Pappmaché: Ahsoka will Jedi werden, wird aber bei der Prüfung von Darth Vader angegriffen. Mithilfe von Meister Yoda gewinnt sie den Fight. Viel Arbeit haben die Vier aus Kamp-Lintfort investiert. "Alles freiwillig, in unserer Freizeit."

Die "Robominions" vom Gymnasium Rheinkamp aus Moers konnten sich dagegen im Fach "Forschen und Entwickeln" auf den Wettbewerb vorbereiten. Sie ließen gestern zwei Roboter unterschiedliche Wege zum Traumjob darstellen: Kevin macht Abi und studiert, um Arzt zu werden. Bob, den es zum Bau zieht, wählt den Weg über eine Berufsausbildung. Ein rotes Herz symbolisiert: Am Ende werden beide glücklich. "Wir hoffen auf einen guten Platz", fasste Gregory de Laars die Hoffnungen der Gruppe zusammen. Die Messlatte lag hoch, denn Rheinkamper Gymnasiasten hatten in den vergangenen Jahren vordere Plätzen beim ZDI-Roboterwettbewerb belegt.

Quelle: RP
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