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Kamp-Lintfort/Rayen
Schützen feiern historisches Ereignis

Kamp-Lintfort/Rayen: Schützen feiern historisches Ereignis
FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Kamp-Lintfort/Rayen. Die Sankt-Martini-Bruderschaft zelebriert am kommenden Wochenende die Namensgebung der Schlosskapelle in Eyll vor 525 Jahren. Das Schützenfest startet nächsten Samstag mit dem Kirchgang zur Jubiläumsmesse. Von Hedi Meinecke

Sankt Martini gehört zu den ältesten kirchlichen Bruderschaften in der Region. Am kommenden Wochenende, 22./23. August, steht sie ganz im Zeichen eines bedeutenden Ereignisses. Zusammen mit der gesamten Gemeinde feiert sie die Namensgebung der Schlosskapelle in Eyll: Im Jahre 1490 - also vor genau 525 Jahren - wurde die Eyller Pfarrkirche der Mariä Himmelfahrt gewidmet. Mit einem sorgfältig ausgewählten Festprogramm, einem traditionellen Umzug verbunden mit einem Schützenfest, wird an das Ereignis erinnert.

Die Schlosskapelle in Eyll gilt als ein Juwel unter den Baudenkmälern. Idyllisch am Fuße des Eyller Berges gelegen, gehört sie zu den historisch bedeutsamen Sehenswürdigkeiten der Stadt Kamp-Lintfort. Einst war sie Teil des stolzen Herrensitzes "Haus Eyll" und diente Rittern sowie reichen Adelsgeschlechtern über Jahrhunderte hinweg nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als Begräbnisstätte. "Tilmann von Eyll ließ sie in der Mitte des 13. Jahrhunderts für seine Hausleute und Lehnsträger sowie als Ruhestätte für seine Familienangehörige erbauen", berichtet eine alte Chronik.

1835 zur Eyller Pfarrkirche erweitert, in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts unter Berücksichtigung der alten Stilelemente renoviert und geringfügig umgebaut, hat das sakrale Bauwerk seine jahrhundertealte äußere Gestalt bewahrt. Seine in den 80er-Jahren durchgeführte Innengestaltung und seine künstlerische Ausschmückung aber machen es zu einer Kostbarkeit. Es war der damalige Pfarrer Heinrich Zimmermann, der die Sanierungsmaßnahmen in Angriff nahm, sie forcierte und zu seinem Anliegen machte. Denn für ihn galt es, ein Kunstwerk zu erhalten.

Die rund 100 Mitglieder zählende Bruderschaft, 1654 gegründet, "versteht sich als Schutzgemeinschaft", erläutert Franz-Peter Mölders den Anspruch der Organisation. Seit Jugendzeiten in ihren Diensten und seit 2011 nun Brudermeister, engagiert sich der heute 63-Jährige für die Bewahrung der Tradition und für die Pflege des Brauchtums. "Ebenso fördern wird das religiöse Leben in der Gemeinde und unterstützen auf dieser Grundlage die ökumenische Arbeit."

Ernst Deselaers (59) gewann in diesem Jahr das Wettschießen um die Königswürde. Er holte den bunt bemalten Vogel von der Stange und darf nun an den Festtagen das historische Königssilber tragen, das noch einige Jahre älter ist als die Bruderschaft. Nahezu 150 Jahre galt es als verschollen, bis es im Jahre 1958 durch Zufall auf einem Rayener Bauernhof eingehüllt in einen Leinensack gefunden wurde - längst aber gab es neues Schützensilber. Die runden Plaketten des Silbers tragen die Namen aller Könige seit 1638. Der Wert, vor allem der ideelle, gilt als unschätzbar. Es wird in einem gesicherten Tresor aufbewahrt.

Programm der Festveranstaltung: Samstag, 17 Uhr, Kirchgang der Bruderschaften zur Jubiläumsmesse in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Eyll, 18.30 Uhr Königs-Dämmerschoppen in der "Landschänke zur Grenze". Sonntag, 9.30 Uhr, Antreten der geladenen Vereine und Bruderschaften an der Eyller Straße, Höhe "Landschänke zur Grenze", 10 Uhr dort ökumenischer Gottesdienst, 11 Uhr Festzug durch das geschmückte Dorf Rayen, ab 14.30 Uhr ist an der "Landschänke" für das leibliche Wohl gesorgt, die Cafeteria serviert Kaffee und Kuchen, für die Kinder ist eine Hüpfburg angelegt.

Quelle: RP
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