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Kamp-Lintfort
Schützenbrüder gestalten den Advent

Kamp-Lintfort: Schützenbrüder gestalten den Advent
Ludwig Kathage ist erster Brudermeister. Seine St.-Josef-Schützenbruderschaft organisiert seit Jahren den erfolgreichen Adventsmarkt auf dem Kamper Berg. FOTO: mkoo
Kamp-Lintfort. Die Schützenbruderschaft St. Josef Kloster Kamp bringt sich mit großem Engagement für den Ortsteil ein. Von Peter Gottschlich

Der Kamper Adventsmarkt zählt zu den vorweihnachtlichen Märkten am Niederrhein, die besonders beliebt sind. Einen Glühwein auf dem "heiligen Berg" zu trinken und an Buden nach Selbstgemachtem zur Weihnachtszeit zu stöbern, zieht die Besucher an. "Dabei machen wir keine Werbung", sagt Winfried Schendera als zweiter Brudermeister der Schützenbruderschaft St. Josef Kloster Kamp, die den Markt am dritten Advent organisiert. "Trotzdem kommen in jedem Jahr mehr Besucher."

Der Markt dürfte Samstag zwischen 14 und 20 Uhr sowie Sonntag zwischen 11 und 20 Uhr wieder geschätzte 10-000 Besucher anziehen. Er ist die bekannteste Aktion der Kamper Bruderschaft, auch weil der Erlös einem karitativen Zweck zufließt. Beim letzten Mal waren es mehr als 10.000 Euro. Diesmal fließt der Erlös drei Vereinen zu: Copceac für die Hilfe in Moldawien, Solwodi für die Unterstützung von Frauen, die zur Prostitution gezwungen wurden, sowie Aries, dem Förderverein des St. Bernhard Hospitals.

Die Schützenbruderschaft kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Urkunden oder Vermerke, die die Gründung der Kamper Bruderschaft 1449 belegen, sind allerdings nicht vorhanden. Denn 1893 brannte das Haus Murmann auf dem Kirchhoff ab, in dem sich das Archiv befand. Im ausgehenden Mittelalter dürfte sie noch nicht St. Josef geheißen haben, da dieser Name erst im 19. Jahrhundert populär wurde. So ernannte Papst Leo XIII. Josef 1850 zum Schutzpatron der katholischen Kirche. Kirchen und kirchennahe Vereine wurden oft nach dem Ziehvater von Jesus benannt.

Die Schützenbruderschaft St. Josef ist das ganze Jahr über aktiv und gestaltet das Leben auf dem Kamper Berg. 170 erwachsene Mitglieder sowie 30 Kinder und Jugendliche gehören der Gemeinschaft an. Sie feiern und gestalten das Patronatsfest. Sie setzen den Maibaum. In geraden Jahren schießen sie den König oder die Königin aus, die es 2014 mit Ingrid Pittgens zum ersten Mal auf dem Kamper Berg gab. Die Schützen feiern am Wochenende nach Fronleichnam ihr Schützenfest, wobei sie es zusammen mit den Schützen der St.-Johannes-Nepomuk-Bruderschaft Alt-Lintfort organisieren. Im November organisieren sie den Kamper Martinszug.

Dazu kommen größere Projekte. So baute die Bruderschaft zum 550. Geburtstag 1999 das Heiligenhäuschen wieder auf, das am Parkplatz "Terrassengarten" an der Mittelstraße liegt. Oder sie lud im Mai 2013 zu einem Konzert mit der kölschen Gruppe "Höhner" ein. Dazu kommen Tagesausflüge, zum Beispiel zum Düsseldorfer Landtag.

"Das ganze Leben einer Bruderschaft kann nur funktionieren, wenn im Hintergrund viele Hände mitanpacken", sagt der erste Brudermeister Ludwig Kathage. "Einmal im Monat trifft sich der Vorstand, um Organisatorisches abzusprechen und vorzubereiten." Kurz vor dem Markt am dritten Advent gibt es mehr Treffen. Denn 30 Vereine, Initiativen und Künstler, die rund um den Kamper Berg angesiedelt sind, präsentieren sich in den Buden auf dem Abteiplatz.

Quelle: RP
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