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Kamp-Lintfort
Seelensport auf grünen Ruheplätzen

Kamp-Lintfort: Seelensport auf grünen Ruheplätzen
Am Kloster Kamp kommen Regina Stark und ihre Schülerinnen zur Ruhe. FOTO: Christoph Reichwein
Kamp-Lintfort. Bei der Qi-Gong-Art Shibashi entspannen die Übenden, während ihre Gedanken, ihr Atem und ihre Bewegung zur Einheit finden sollen. Am 1. September bietet Regina Starke einen weiteren Schnupperkurs für diese östliche Art der Entspannung an. Von Peter Gottschlich

"Hände winken am Seeufer", "Seide schwebt in der Luft", "Rudern über einen stillen See", "Lotosblüten rauschen im Wind" oder "Erddüfte steigen auf" - so heißen fünf Figuren des Shibashis. Das ist eine Art des Qi-Gongs. Ende der Nullerjahre kam der Seelensport, der 18 Figuren kennt, aus Fernost nach Mitteleuropa. Seit 2015 bietet Regina Stark Schnupperkurse an. Die 53-jährige Kamp-Lintforterin sucht sich für das Shibashi Plätze aus, die von der Natur verwöhnt sind, zum Beispiel das Stephanswäldchen, den Park am Pappelsee oder den Bruder-Konrad-Garten am Kloster Kamp, wie am Freitag.

"Wir sind mit der Erde verbunden", begründet die Shibashi-Lehrerin ihre Wahl der Plätze. "Die Natur lebt in uns. Beim Shibashi richte ich mich zwischen Erde und Himmel aus." Mit dem Seelensport sollen die Übenden entspannen, während ihre Gedanken, ihr Atem und ihre Bewegung zur Einheit finden sollen. Ihre Lebensenergie, was Qi oder Shi frei übersetzt heißt, soll wieder im Einklang mit der Natur schwingen.

Dieser Einklang scheint für mehr und mehr Menschen verlorenzugehen, wie die gelernte Motopädin als Mitarbeiterin einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Dinslaken weiß. "Immer öfter leiden Kinder unter ADHS", berichtet sie über das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom, bei dem Ruhe und Bewegung nicht mehr im Einklang stehen. "Unsere Zeit wird immer schnelllebiger. Bewegungsströme können nicht mehr frei pulsieren."

So fand sie den Weg zur meditativen Bewegung, zunächst zum Qi-Gong als Übende, dann zum Shibashi als Lehrerin. "Es ist wie beim Spaziergehen", erzählt sie. "Beim ersten Spaziergang ist alles neu. Beim zweiten Spaziergang nehme ich Veränderungen wahr, wie beim dritten. Beim Shibashi lerne ich, das Klima in meinem Körper wahrzunehmen. Dieses Klima ändert sich. Das merke ich durch das Shibashi frühzeitig."

Beim Shibashi zeichnen die Übenden mit ihren Oberkörpern, Armen und Köpfen 18 Figuren nach, zum Beispiel wenn sie mit ihren Händen einen Ball oder eine Sonne formen. "Die Chinesen haben schon gewusst, wie sie die Bewegung in den Blutbahnen beeinflussen können, lange bevor sie messbar waren", sagt Regina Stark. Für sie zaubert Shibashi ein "Lächeln auf mein Gesicht". Das galt am Freitag auch für die sechs Übenden, die unter dem Lindenbaum im Garten zwischen Rokokosaal und Terrassengarten standen. Nachdem sie eine knappe Stunde geübt hatten, sahen sie entspannter aus. Am Freitag, 1. September, 9.30 Uhr, bietet die Shibashi-Trainerin den nächsten Schnupperkurs in dem Garten an, der nach Konrad Pasterkamp genannt ist, dem letzten Karmeliterbruder des Klosters Kamp, der 2002 im Alter von 78 Jahren starb. Der Kurs ist wieder kostenlos, wobei um eine Spende für das Geistliche und Kulturelle Zentrum Kloster Kamp gebeten wird.

Das Geistliche und Kulturelle Zentrum Kloster Kamp bietet zu Atmung, Bewegung und Entspannung weitere Kurse an, zum Beispiel zusammen mit der Atemtherapeutin Astrid Klancisar den Atemkurs "Achtsam leben - jetzt!" Er ist jeweils auf den ersten Samstag im Monat terminiert, das nächste Mal am 2. September um 15 Uhr im Meditationsraum, der über dem Rokokosaal im Kloster Kamp liegt. Anmeldungen nimmt die Kursleiterin direkt entgegen unter der Telefonnummer 02842 1238883. Das Geistliche und Kulturelle Zentrum ist unter 02842 927540 zu erreichen.

Quelle: RP
 
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