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Kamp-Lintfort
Sekundarschule heißt jetzt Europaschule

Kamp-Lintfort. Die neue Schule macht ihre interkulturelle Vielfalt zum Programm. Sie baut einen bilingualen Zweig auf und wird Medienschule. Am 23. August ist offizielle Namensgebung. Von Peter Gottschlich

Drei Jahre suchten Schulleiterin Barbara Mennekes, ihre Lehrerkollegen und die Eltern nach einem Namen für die neue Sekundarschule. Im Frühjahr fiel die Entscheidung. Lehrerkonferenz, Schulkonferenz und Kulturausschuss stimmten zu. Die Sekundarschule erhält den Namen Europaschule. Für 23. August, 14 Uhr, lädt die Schule zur "Feierlichen Namensgebung" in die Aula des Schulzentrums an der Sudermannstraße ein. Bereits seit dem 1. August führt sie den Namen "Europaschule Kamp-Lintfort", selbst wenn auf Briefpapier und Hinweisschildern noch Sekundarschule steht.

Für Barbara Mennekes ist der Name Programm. ",Unsere Vielfalt, unsere Stärke' ist seit der Gründung 2012 unser Leitfaden", sagt die Schulleiterin. "Die interkulturelle Vielfalt unserer Schüler ist ein Selbstverständnis. Wir erziehen zu Respekt, Toleranz und Weltoffenheit. Damit sind unser Schulprogramm und unsere Arbeit deutlich auf Europa ausgerichtet." Deshalb strebt die Schule an, vom Landeschulministerium als Europaschule zertifiziert zu werden. "Es wäre schön, wenn die Zertifizierung im Frühjahr 2017 kommt", sagt der stellvertretende Schulleiter Bernd Benninghoff. Bis dahin hat die Schule ein umfangreiches Angebot aufzubauen. Es ist vor allem sprachlicher Natur. An der Sudermannstraße erhalten alle Kinder ab der fünfte Klasse Englisch, wie an anderen Schulen auch. In der sechsten Klasse können sie zwischen Französisch und Niederländisch wählen.

In der achten Klasse kommt jetzt freiwillig Latein hinzu. "Im neuen achten Schuljahr haben sich 23 Schüler für Latein entschieden", sagt Barbara Mennekes. "Damit bieten wir einen gymnasialen Standard an." Im Werkstattbereich, wie Arbeitsgemeinschaften an der Sudermannstraße heißen, sollen Schüler auch Türkisch lernen können. Außerdem will die Schule einen bilingualen Bereich einrichten, in dem Schüler und Lehrer zum Beispiel Englisch im Politik- oder Gesellschaftslehrerunterricht sprechen.

Neben den Sprachen sollen die Schüler die Demokratie erlernen. Zum Beispiel gibt es ab der fünften Klasse durchgehend Politikunterricht oder das Fach "Soziales Lernen". Ferner entscheiden die Schüler mit, wenn es um ihre Interessen geht, etwa beim Bau eines Klettergerüstes oder einer Skaterschüssel. Die Mädchen und Jungen sollen an Austauschwochen mit Partnerschulen in Edremit (Türkei), Zory (Polen), Cambrai (Frankreich), England und den Niederlanden teilnehmen. Außerdem sollen die Neuntklässler im Schuljahr 2016/2017 ihr Schulpraktikum im Ausland absolvieren. Ziel ist es ebenso, dass sich die Schüler an internationalen Projekten beteiligen, beispielsweise Erasmus oder Crimex. Um mit ausländischen Schülern in Kontakt treten zu können, entwickelt sich die Schule als erste in der Stadt zu einer Medienschule. Im Laufe des neuen Schuljahrs erhält sie WLAN, drahtloses Internet. Sie bekommt mehr Computer. Außerdem bietet sie Wahlpflichtfächer in Informatik an.

Quelle: RP
 
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