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Kamp-Lintfort
Sie sorgen für Ordnung auf dem Schreibtisch

Kamp-Lintfort: Sie sorgen für Ordnung auf dem Schreibtisch
Alkan Atli (22), Ekrem Erdogan (23), Mehmet Kozan (23), die Brüder Zahid (19) und Eremere (21) Ata hatten die Idee für diesen Desk-Organizer. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Fünf Studenten aus Kamp-Lintfort haben einen Desk-Organizer entwickelt, den sie jetzt vermarkten. Von Sabine Hannemann

Wer kennt das nicht? Auf dem Schreibtisch liegt alles irgendwo, aber nicht am entsprechenden Platz. Die Suche beginnt. Fünf Studenten aus Kamp-Lintfort kennen das Problem und bieten mit einem "Desk-Organizer" die Lösung an. In einer Garage stellen sie nach Bestellungseingang das Ordnungssystem aus Holz her. Angefangen hatte alles für Alkan Atli (22), Ekrem Erdogan (23), Mehmet Kozan (23), die Brüder Zahid (19) und Eremere (21) Ata mit der Idee, über ein amerikanisches Kickstarter-Projekt ihre Produktidee zu vermarkten.

Über das amerikanische Netz ging es zunächst um die Akquirierung von Spendengeldern. Die jungen Kickstarter ließen sich auf der Plattform registrieren und präsentierten mit Videobeiträgen ihr Ordnungssystem.

Ihre angegebene Mindestsumme erreichten sie in der vorgegebenen Zeit nicht. Die Zeitvorgabe gehört zu Regularien dieser weltweit agierenden Crowdfunding-Plattform. "Wir haben unsere Erfahrungen gemacht und sind dadurch schlauer geworden. Das Kickstarter-Projekt war schon cool", sagt Informatik-Student Mehmet Kozan. "Wir sind weiterhin überzeugt, dass unser Desk-Organizer anderen Menschen nützt." Aufgeben wollen die fünf Projektentwickler nicht, sondern sehen auf dem deutschen Markt ihre Nische.

"Viele arbeiten am Schreibtisch noch genauso altmodisch mit Papier und Kuli wie ich. Notizen mache ich auf Papier, nicht am Laptop. Ich muss etwas in der Hand haben. Klar, dass dann viel auf dem Schreibtisch rumliegt", sagt der angehende Maschinenbauingenieur Alkan, der momentan in Prüfungen steckt. Aus dieser Erfahrung heraus entwickelte die Freundesrunde in den Semesterferien ihr Produkt. "Das waren spannende Denkphasen. An der Uni lernen wir viel Theorie, die wir jetzt umsetzen konnten. Eine schöne Erfahrung", sagt Alkan über den Entstehungsprozess. Rund einen Monat haben die fünf geplant, in der elterlichen Garage Prototypen entwickelt und die verschiedenen Verwendungszwecke ihres Schreibtisch-Helfers im DIN-A-4-Format getestet. In der Bastelwerkstatt wurde gefräst, für die kleinen individuell setzbaren Abtrennungsstäbe Löcher gebohrt und geschmirgelt. Vorab haben sie bei örtlichen Holzbetrieben nach Material nachgefragt, doch die Abnahme erwies sich dann als zu gering.

Den Desk-Organizer aus Alu oder Metall zu bauen, entsprach nicht ihren Vorstellungen. "Wir haben mit Holz weitergemacht, weil wir von unserer Idee überzeugt sind", sagte Ekrim nach ersten Rückschlägen.

Also bauten sie die hölzernen Ordnungshüter für den Schreibtisch weiter und änderten zudem das Vertriebssystem. Mittlerweile ist das Produkt über den Online-Shop zu beziehen. Jeder übernahm für das Projekt eine Aufgabe im Team, entdeckte an sich weitere ungeahnte Fähigkeiten. "Ich habe für die Produktpräsentation das Video und die PC-Grafic gemacht", sagt Mehmet. Bei Zahid und Eremere lag unter anderem das Marketing, Ekrem kümmerte sich um die Herstellung. Über den Landtagsabgeordneten René Schneider wurden jetzt Kontakte mit der Hochschule Rhein-Waal geknüpft. Gespannt sind die fünf Freunde nun auf den Erfahrungsaustausch mit anderen.

Quelle: RP
 
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