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Kamp-Lintfort
So geht deutsch-türkische Freundschaft

Kamp-Lintfort: So geht deutsch-türkische Freundschaft
Die Schüler präsentieren ihre Herbarien, die sie mithilfe von Cornelia Mehrkamp (rechts, rosa Jacke) im Kräutergarten von Kloster Kamp angelegt haben. Links hinten: der Beigeordnete Christoph Müllmann und Schulleiterin Barbara Mennekes. FOTO: KLaus Dieker
Kamp-Lintfort. Oberschüler aus Edremit waren fünf Tage lang zu Gast bei Kamp-Lintforter Europaschülern. Im Herbst erwidern die Deutschen den Besuch. Einige Mädchen und Jungen werden auch Praktika in der Türkei absolvieren. Von Josef Pogorzalek

Wie Deutschland war? "Çok güzel", sagte Ebrar - sehr schön. Fünf Tage war die junge Türkin in Kamp-Lintfort, zusammen mit elf anderen Mädchen und Jungen der Ülkü Muharrem Ertas Anadolu Lisesi, einer Oberschule in Edremit. Erstmals haben Schüler aus der türkischen Partnerstadt die Europaschule Kamp-Lintfort besucht. Ein gelungener Start für einen Schüleraustausch, der natürlich fortgesetzt wird. Im Herbst werden Kamp-Lintforter Schüler nach Edremit reisen, drei oder vier bleiben sogar etwas länger dort. "Sie werden ein einwöchiges Praktikum im Hotelfach absolvieren", sagte gestern Barbara Mennekes, Leiterin der Europaschule. Edremit liegt an der Ägaisküste, rund 200 Straßenkilometer nördlich von Izmir. Die Stadt hat einen eigenen Flughafen und wird zunehmend vom internationalen Tourismus entdeckt.

Gestern Abend flogen die türkischen Gäste, die zu Freunden geworden waren, zurück nach Hause. Vorher wurde in der Europaschule bei kleinen Häppchen und Getränken der Abschied begangen. Der Beigeordnete Christoph Müllmann stieß zu dem gemütlichen Beisammensein. Er war im Frühjahr 2015 mit einer Kamp-Lintforter Delegation in Edremit gewesen. "Es ist eine sehr weltoffene Stadt", berichtete er. Und um mit politischen Vorteilen aufzuräumen: Sie werde von Sozialdemokraten regiert.

Die Europaschüler Mert Can und Elmas kommentierten gestern eine Fotoshow, die zeigte, wie schön die vergangenen Tage waren. Die deutschen und türkischen Schüler wurden im Kamp-Lintforter Rathaus empfangen, sie waren beim Landtagsabgeordneten René Schneider in Düsseldorf, im Centro Oberhausen und in Köln. Die Treppen zum Domturm zu erklimmen sei sehr anstrengend gewesen. Besonderen Eindruck habe die Hohenzollern-Brücke mit ihren vielen "Liebesschlössern" bei den Gästen hinterlassen, erzählte Mert Can.

Freundschaft haben die Kamp-Lintforter Schüler und ihre Gäste auch mit dem Kloster Kamp geschlossen, und mit Cornelia Mehrkamp, die dort ehrenamtlich arbeitet. "Sie gehört jetzt zum Inventar unserer Schule", meinte Barbara Mennekes schmunzelnd. Cornelia Merhkamp erkundete mit den Jugendlichen den Kräutergarten, kochte mit ihnen Marmeladen und mischte mit ihnen Bade- und Kräutersalze. In Gläsern abgefüllt und liebevoll beschriftet, wurden die selbst gemachten Spezialitäten zu netten Mitbringseln für die Daheimgebliebenen. Cornelia Mehrkamp zeigte den Schülern auch, wie Kräuter in Herbarien archiviert werden. "Die botanischen Namen der Pflanzen sind überall gleich", sagte sie. Viele der Pflanzen konnten die Schüler aber auch in ihren jeweiligen Landessprachen einordnen: Petersilie - Maydonoz, Rosmarin - Biberiye . . .

Sprachgrenzen spielten in den fünf Tagen ohnehin keine große Rolle. Ein bisschen Deutsch, ein bisschen Türkisch, ein bisschen Englisch, so kam die Jugend gut klar. Bei der Kommunikation über Whatsapp, die schon Monate vor dem Besuch begonnen hatte, half auch Tülay Olgun, Lehrerin der Europaschule mit türkischen Wurzeln. Sie hatte den Austausch zusammen mit ihrer Kollegin Maren Feldheim von deutscher Seite aus organisiert.

Quelle: RP
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