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Kamp-Lintfort
SPD-Fraktionschef legt sein Amt nieder

Kamp-Lintfort: SPD-Fraktionschef legt sein Amt nieder
Heinz-Günther Schmitz im Garten seines Hauses in Hoerstgen. Nicht unbedingt das Terrain des Politikers. Aber auch dafür will er mehr Zeit einplanen. FOTO: crei
Kamp-Lintfort. Heinz-Günter Schmitz will einen Gang runter schalten und gibt den Fraktionsvorsitz ab. Der Hoerstgener möchte mehr Zeit für seine politischen Interessen haben. Designierter Nachfolger ist Jürgen Preuß. Von Anja Katzke

Zwölf Jahre lang hat er die SPD-Fraktion geleitet. Jetzt schaltet der Vollblutpolitiker Heinz-Günter Schmitz einen Gang runter. Er gibt den Fraktionsvorsitz ab. Und zwar "genauso, wie ich es vor zwei Jahren angekündigt hatte", betont der 63-jährige Kamp-Lintforter. Der Kommunalpolitik bleibt er treu, nur nicht mehr an vorderster Front. Er behält weiterhin seine Mandate Stadtrat und Weseler Kreistag.

"Ich möchte mehr Zeit haben für all die Themen, die mir Spaß machen", sagt Schmitz, der im September auch in den beruflichen Ruhestand gewechselt war. Spaß bereitet es ihm, als Ausschussvorsitzender die Entwicklung Kamp-Lintforts mit zu gestalten. "Wir haben in den letzten Jahren viel erreicht: die Umgestaltung der Innenstadt, der Fall der drei Weißen Riesen - und der Umbau geht weiter: "Es ist ja so gut wie sicher, dass auch die Bunten Riesen abgerissen werden", sagt Schmitz.

Dass es gelungen ist, die Landesgartenschau 2020 nach Kamp-Lintfort zu holen, macht ihn stolz: "Ich war lange Zeit der einzige, der an die Laga als Motor für unsere Stadt geglaubt hat", erinnert er sich. Heinz-Günter Schmitz freut es, dass seine Geburtsstadt heute mit ganz anderen Augen gesehen wird. "Kamp-Lintfort ist nicht mehr die graue Maus. Heute werden wir gefragt: Wie macht Ihr das bloß?" Seine Antwort fällt deutlich aus: "Wir haben nichts in unser Wahlprogramm geschrieben, das wir nicht auch umgesetzt haben." Dass die Landesgartenschau Kamp-Lintfort bis 2020 intensiv beschäftigen wird, weiß Schmitz. Er will diese Zeit als Aufsichtsratsmitglied in der gerade erst gegründeten Laga-GmbH mit seiner Erfahrung und seinem Wissen begleiten. Seit 1999 gehörte Heinz-Günther Schmitz dem Fraktionsvorstand der SPD an, erst als Schriftführer, dann als stellvertretender Fraktionsvorsitzender und zu guter Letzt als Chef der Fraktion.

Ein Vollzeitjob neben dem eigentlichen Beruf als Vermessungstechniker bei der Stadt Duisburg. "Ich bin morgens um 7.30 Uhr aus dem Haus gegangen und war nie vor 20 Uhr zu Hause. Dazu kamen die Termine an den Wochenenden", fasst Schmitz seinen Terminkalender in den vergangenen zwölf Jahre zusammen. "Seitdem ich im Ruhestand bin, entdecke ich unser Haus erst richtig", scherzt er. Die Politik nehme jetzt nur noch 40 Prozent seiner freien Zeit ein. Als Fraktionsvorsitzender sei man immer im Einsatz, müsse auf dem aktuellsten Stand sein und die Fraktion organisatorisch leiten. "Das ist die eigentliche Belastung für mich. Ich habe mich oft mehr engagiert, als es eigentlich nötig gewesen wäre", sagt Schmitz. Seine Aufgabe habe er als Moderator verstanden, der die Fraktion zusammenhält. "Es muss die Stimmung gut sein, dann erreicht man auch viel. Die Politik ist immer ein Mannschaftssport."

Als er den Vorsitz der SPD-Fraktion übernahm, habe er die ganze Organisation erst einmal neu aufgestellt. "Ich kann mir gut vorstellen, dass mir meine neue Rolle nicht leicht fallen wird", sagt der Politiker, der sein Ehrenamt, wie er sagt, immer mit Leidenschaft ausgefüllt habe. Bei Entscheidungen, die zuerst im Vorstand besprochen und dann in der Fraktion, sei er nicht mehr dabei. "Das heißt: Ich gehöre nicht mehr zu den ersten, die Wichtiges erfahren", weiß Schmitz.

Einen Rat für seinen designierten Nachfolger Jürgen Preuß hat er nicht parat: "Ich will mich da nicht einmischen. Und jeder muss ja auch seinen eigenen Weg finden." Der 63-Jährige freut sich, dass er mehr Zeit hat für seine Hobbys: "Ich habe mir eine neue Kamera angeschafft. Und samstags geht es wieder häufiger auf den Fußballplatz." Gladbach, das ist sein Verein.

Quelle: RP
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