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Kamp-Lintfort
St. Bernhard: Neues Verfahren zur Tumorentfernung

Kamp-Lintfort: St. Bernhard: Neues Verfahren zur Tumorentfernung
Die "Kralle des Bären" wird auf ein Endoskop aufgesetzt. FOTO: Ovesco
Kamp-Lintfort. Einen passenden Spitznamen hat das neue endoskopische Verfahren, das jetzt im St.-Bernhard-Hospital eingesetzt wird: "Die Kralle des Bären". Es geht um eine sehr patientenschonende Behandlungsmethode, die sogenannte Vollwandexzision. "Unter Zuhilfenahme eines speziellen metallischen Clips, der auf ein normales Endoskop aufgesetzt wird, können Tumore entfernt werden", erläutert Dr. Theodor Heuer, Chefarzt der Medizinischen Klinik I. "Ein Teil der Patienten, die bisher aufgrund eines kleinen Tumors im Bereich des Magen-Darm-Traktes operiert worden sind, können nun endoskopisch behandelt werden."

Gutartige und bösartige Tumore des Magen-Darm-Traktes sind in ihrem Wachstumsverhalten sehr häufig gleich. Sie beginnen an der Schleimhaut und wachsen dann in tiefere Schichten vor. Tumore, die sich nur auf die Schleimhaut beschränken, können endoskopisch entfernt werden, so dass das gesamte befallene Organ erhalten bleibt. Tumore, die weiter in tiefere Schichten hineinwachsen und komplett entfernt werden müssen, ließen sich bisher endoskopisch nicht entfernen. Eine Operation wurde notwendig, die zum Teil erhebliche Organverluste nach sich zog. Mit dem neuen Clip-Verfahren ist es möglich, Tumore, die eine bestimmte Größe nicht überschreiten und die gesamte Wand eines Abschnittes des Magen-Darm-Traktes befallen, komplett endoskopisch zu entfernen, ohne dass größere Teile des Organes mit entfernt werden müssen. Die Untersuchung erfolgt wie eine Magen- oder Darmspiegelung, ohne Vollnarkose. Die Patienten werden durch Medikamente in einen Schlaf- beziehungsweise Dämmerzustand versetzt. Nach dem Eingriff kann bleiben Patienten ein bis zwei Tage im Krankenhaus. "Für den Patienten bedeutet der Einsatz dieses Verfahrens einen erheblichen Vorteil", fasst Dr. Heuer zusammen. "Er muss sich nur einem Eingriff, keiner Operation unterziehen, erhält keine Vollnarkose und ist nach kurzer Zeit - ohne den Tumor - wieder zu Hause."

Quelle: RP
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