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Kamp-Lintfort
Stadt-Azubis arbeiten im Pflegeheim

Kamp-Lintfort: Stadt-Azubis arbeiten im Pflegeheim
Die städtischen Auszubildenden lernten gestern auf unterschiedliche Weise, wie es sich anfühlt, alt zu sein. FOTO: Stadt
Kamp-Lintfort. 13 Auszubildende der Stadtverwaltung haben beim "Social Day" das Friederike-Fliedner-Haus besucht. Sie erfuhren, wie es sich anfühlt, alt zu sein. Von Peter Gottschlich

"Als städtischer Beschäftigter hat man einen besonderen Auftrag. Sich sozial zu engagieren, ist obligatorisch." So begründet Fredrike Wosgien, die die Abteilung Personal und Recht bei der Stadt leitet, warum städtische Auszubildende einen "Social Day" einlegen. Deshalb besuchen sie zu Beginn ihrer Ausbildung einmal einen Tag lang eine soziale Einrichtung. Gestern starteten 13 angehende Verwaltungsfachangestellte, Erzieherinnen und Stadtinspektoren ihren Ausbildungstag in der evangelischen Altenpflegeeinrichtung Friederike-Fliedner-Haus.

Dort erfuhren sie beispielsweise, wie es sich anfühlt, alt zu sein. Sie legten einen dunklen "Bleianzug" an, dessen Weste, Beinschürzen und Schuhe allerdings nicht mit Blei, sondern mit Stahl beschwert waren. "Insgesamt sind es 20 Kilogramm", berichtete Georgios Vasios. "Die Muskeln sind bei älteren Menschen nicht mehr so aktiv. Bei gleichem Gewicht ist es für sie viel schwerer, sich zu bewegen."

Der Mitarbeiter für Altenpflegeausbildung beim Bundesfamilienministerium zeigte den Auszubildenden, wie sich das Alterszittern anfühlt, schlechter sehen und hören zu können. Mit mehr Gewicht und auch geringerem Sehvermögen hatten es die jungen Leute nicht leicht, eine Mineralwasserflasche zu öffnen, um ein Glas zu füllen. "Das ist ganz schön schwer", meinte Semse Akgin (20).

Die Auszubildenden lernten außerdem, wie es ist, wenn Geist und Nervensystem nicht mehr so funktionieren wie bei Jüngeren. Das merkten sie, als sie mit den Älteren Merk- und Ratespiele spielten. Außerdem bekamen sie etwas vom "ganz normalen Alltag" mit, als sie mit den Senioren aßen. Dabei erhielten einige Senioren ihr Essen passiert. "Neuerdings bieten wir sogar Schaumkost an, als einer der ersten Häuser am Niederrhein", berichtete Barbara Maslewski, die stellvertretende Pflegedienstleiterin. "Menschen, die nicht mehr schlucken können, aber noch Speichel bilden, können das Essen trinken. Früher wurden sie intravenös ernährt."

Quelle: RP
 
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