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Kamp-Lintfort
Stadt macht Flüchtlingen Kreativangebote

Kamp-Lintfort: Stadt macht Flüchtlingen Kreativangebote
Der Kamp-Lintforter Maler Helmut Mank hatte die Idee, einen Malkursus für die in Kamp-Lintfort lebenden Flüchtlinge zu organisieren. FOTO: Siwe
Kamp-Lintfort. Der Kamp-Lintforter Maler Helmut Mank hatte zum Malkursus eingeladen. Weitere Angebote sind geplant. Von Peter Gottschlich

"Zitrone", sagt Helmut Mank. "Lemon." Dabei zieht der Kamp-Lintforter Maler und Vorleser seinen Mund und seine Augen auseinander, als würde er gerade in eine saure Südfrucht beißen. 14 Flüchtlinge am Tisch im Treffpunkt am Rathauscenter verzerren auch ihre Gesichter, schmunzeln sich gegenseitig an und sprechen Zitrone nach. "Mit Gelb malen", gibt der Maler vor. "Mit Yellow." Er zeigt auf eine Obstschale, die auf dem Tisch steht und in der neben Äpfeln, Bananen und Trauben auch einige Zitronen liegen. Die Flüchtlinge nehmen gelbe Bleistifte, um auf einer Vorlage zwei Früchte gelb auszumalen. Die meisten von ihnen stammen aus dem afrikanischen und arabischen Raum.

Am Montagnachmittag gab es in Kamp-Lintfort ein erstes kreatives Angebot für Flüchtlinge, das den Titel "Malen mit Menschen aus fremden Kulturen" trug. "Helmut Mank ist auf uns zugekommen", sagt Angelika Buttgereit, die bei der Stadt die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit koordiniert. "Wir haben in kleiner Runde bei den Sprachkursen gefragt. Die zwölf Plätze waren schnell vergeben." Schließlich besuchen 100 Flüchtlinge die fünf Sprachkurse, die von der Stadt organisiert und von Ehrenamtlichen betreut werden, vier davon im Treffpunkt im Ratshauscenter und einer im Gymnasium. "Die Neuankömmlinge wollen kreativ arbeiten", sagt Helmut Mank. "Außerdem lernen sie beim Malen ein wenig die deutsche Sprache." Dazu hat der einstige Abteilungsleiter für Weiterbildung beim Kaufhaukonzern Horten eine Tafel angefertigt, auf der er neben den Früchten auch Namen und Farben auf Deutsch geschrieben hat.

"Wir wussten nicht, ob es eventuell Vorbehalte gibt, Personen oder Gesichter zu malen", sagt der Maler. "Deshalb haben wir mit einem Stillleben mit Früchten angefangen. Am nächsten Montag malen wir Blumen." Möglicherweise folgen weitere Kurse. "Zunächst war es ein Versuch", sagt Angelika Buttgereit. "Wir wussten ja nicht, dass er so gut angenommen wird." Neben dem Malen denkt sie über weitere kreative Angebote für Flüchtlinge nach. Sie hat einen ersten Kontakt zur Musikschule aufgenommen. Diesen konnte sie aber nicht weiter verfolgen, weil die Zeit knapp ist. Schließlich hatte die Stadt Mitte Oktober an einem Wochenende die einstige Ausbildung des Bergwerkes "Friedrich Heinrich" herzurichten, um dort 150 Flüchtlinge in einem Erstaufnahmelager unterzubringen.

Seitdem ist Personal der Stadt vor Ort, um diese Einrichtung zu betreiben. "Anfang des Jahres lebten 200 Flüchtlinge in Kamp-Lintfort", beschreibt Angelika Buttgereit, wie die Zahl der Neuankömmlinge damit der Aufwand der Mitarbeiter steigt. "Mit dem Erstaufnahmelager sind es zurzeit 650."

Neben Kunst und Musik sollen die Neuankömmlinge auch Sport treiben. Deshalb will sie demnächst Kontakte zu den Sportvereinen herstellen. "Einige spielen schon bei Fichte Fußball und bei der BGL Basketball", berichtet die Koordinatorin. "Über Sport, Kunst und Musik lernen die Flüchtlinge Menschen kennen und integrieren sich."

Quelle: RP
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