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Kamp-Lintfort
Stadt schafft Räume für die Inklusion

Kamp-Lintfort: Stadt schafft Räume für die Inklusion
Marc Gollub, neuer Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft, Helga Dylla, stellvertretende Schulleiterin an der Unesco-Gesamtschule, Daniela Rohde (Amt für Gebäudewirtschaft), Schuldezernent Christoph Müllmann und Schulleiter Jürgen Rasfeld studieren die Umbaupläne. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Handwerker arbeiten in der Unesco-Gesamtschule auf Hochtouren. Bis zum Ende der Ferien sollen vier neue große Räume für den inklusiven Unterricht an der Schule hergerichtet sein. Die Stadt investiert 350 000 Euro. Von Anja Katzke

Im Erdgeschoss der Gesamtschule hängt der Geruch frischer Farbe. Überall wuseln Handwerker herum: Sie verlegen Elektrik und Böden, bauen neue Heizungen ein und streichen die Wände an. Die Schule erhält vier zusätzliche Räume für den inklusiven Unterricht: zwei Klassen- sowie zwei Differenzierungsräume. Schon seit drei Jahren werden an der Gesamtschule Kinder mit besonderem Förderbedarf unterrichtet. "Wir nehmen fünf bis zehn Schüler pro Jahr auf", sagt Schulleiter Jürgen Rasfeld.

Damit ist auch der Platzbedarf an der Schule deutlich gestiegen. Seit Pfingsten bauen deshalb die Handwerker brachliegende WC-Räume um, die zwischenzeitlich auch als Lager genutzt wurden. Da sich dort jedoch nur Oberlichter befanden, ging es an den Beton. Die Handwerker bauten neue große Fenster und Türen ein, die ins Freie führen.

Umgesetzt haben die Planungen Marc Gollub, neuer Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft und seine Kollegin Daniela Rohde. Jürgen Rasfeld freute sich gestern über die gute Zusammenarbeit während des laufenden Schulbetriebs: "Wir haben uns alle 14 Tage zu gemeinsamen Baubesprechungen getroffen. Während der Abiturprüfungen haben wir uns abgesprochen." In der kommenden Woche soll das Mobiliar geliefert werden. Es kommt zum Teil aus der stillgelegten Diesterwegschule. Die Differenzierungsräume werden im Unterricht von Kindern mit besonderem Förderbedarf als Rückzugsorte benötigt. "Dort können Sozialpädagogen und Sonderschullehrer die Kinder extra betreuen", erläutert Helga Dylla, stellvertretende Schulleiterin. Die Zimmer seien darüber hinaus für die therapeutische Betreuung notwendig.

Die Inklusion ist an den weiterführenden Schulen in Kamp-Lintfort ein großes Thema: Gesamtschule, Gymnasium und Sekundarschule arbeiten aktuell an einem gemeinsamen Konzept. "Wir würden gerne ein Schülerbüro eröffnen, indem schwierige Situationen gelöst werden können", berichtet Jürgen Rasfeld. Außerdem benötige man die Unterstützung weiterer Kräfte wie Sozialpädagogen. "Wir haben schon einen Brief an Schuldezernenten Christoph Müllmann geschrieben. Gerade in Fragen der Inklusion sei es schwierig, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Für die Lehrer sei die Bezirksregierung zuständig, für Sozialpädagogen das Schulamt des Kreises Wesel. "Aus unserer Sicht müssen die Zuständigkeiten geklärt werden", betont Schulleiter Jürgen Rasfeld.

Die Stadt nutzt jedes Jahr in den Sommerferien die Gelegenheit, die Schulgebäude in der Stadt auf Vordermann zu bringen. Sie investiert jährlich für die Instandhaltung der Schulen und Kindertageseinrichtungen rund eine Million Euro. Aktuell wird auch in Ernst-Reuter- und Niersenberggrundschule sowie in Niederrheinschule gewerkelt.

Quelle: RP
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