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Kamp-Lintfort
Stadt will sozialen Wohnungsbau forcieren

Kamp-Lintfort: Stadt will sozialen Wohnungsbau forcieren
Die Erschließungsarbeiten für den zweiten und dritten Bauabschnitt an der Moerser Straße West sind gestartet. Die Stadt führt ein Bieterverfahren mit günstigeren Konditionen bei sozial geförderten Bauvorhaben durch. FOTO: Stadt
Kamp-Lintfort. Vier Neubaugebiete sind auf städtischen Flächen zurzeit in Planung: an Berta- und Konradstraße, zweiter und dritter Bauabschnitt an der Moerser Straße West, im neuen Rathausquartier und am Tor Ost. Von Anja Katzke

Die Stadt will in allen vier Quartieren die Schaffung von öffentlich geförderten Wohnungen forcieren. Dass preiswerter Wohnraum in Kamp-Lintfort rar ist, darauf hatte zuletzt die Wohnungshilfe der Grafschafter Diakonie am Mittwoch im Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten René Schneider aufmerksam gemacht. Doch auch für die Stadtverwaltung ist dieses Thema nicht neu: "Dieses Problem wird immer wieder in Gesprächen an uns herangetragen", sagte gestern Bürgermeister Christoph Landscheidt und führte Zahlen an. "Im Jahr 2000 gab es noch 4448 Sozialwohnungen in Kamp-Lintfort, dieses Jahr sind es nur noch 1336, da viele der Sozialwohnungen aus der Mietbindung herausgefallen sind." Dieser Entwicklung möchte die Stadtverwaltung entgegensteuern, indem sie in ihren Neubaugebieten immer auch geförderten Wohnraum einplant.

Im Rathausquartier ist dieser Plan bereits aufgegangen. Wie der Bürgermeister berichtete, haben sich die drei Investoren inzwischen geeinigt, an welcher Stelle sie im Bereich der Bunten Riesen bauen wollen. Ein der Investoren hat dort 30 bis 40 Sozialwohnungen eingeplant. Im Wohngebiet an der Fossa (Moerser Straße West) ist ebenfalls ein Baufeld mit bis zu vier Grundstücken vorgesehen, auf denen mehrgeschossige Häuser mit Sozialwohnungen errichtet werden sollen.

Um Investoren für den öffentlich geförderten Wohnungsbau zu gewinnen, führt die Stadt auf ihren Flächen ein Bieterverfahren mit günstigeren Konditionen durch. Interessierte können für das Baufeld an der Moerser Straße West ab 210 Euro pro Quadratmeter mitbieten. Der Preis liegt sonst bei 270 Euro pro Quadratmeter. "Bedingung ist, dass auf den Grundstücken geförderte Wohnungen gebaut werden".

Noch nicht abgeschrieben hat die Verwaltung das Neubaugebiet Tor Ost, über das mit der Wohnungsbaugesellschaft Grafschaft Moers verhandelt wird. Nachdem der Kreis Wesel die Moerser Anteile an der Wohnungsbaugesellschaft erworben hatte, befürchteten Politiker wie zuletzt René Schneider, dass dieses Bauvorhaben nicht realisiert wird. "Es ist Aufgabe einer kommunalen Wohnungsgesellschaft geförderten Wohnraum zu schaffen. Ich glaube nicht, dass sich durch den Gesellschafterwechsel in der Grafschaft Moers daran etwas ändert", betonte der Erste Beigeordnete Christoph Müllmann. Außerdem seien bereits Förderanträge beim Land gestellt. Er geht davon aus, dass die Gremien der Grafschaft im Herbst einen Beschluss fassen.

Quelle: RP
 
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