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Kamp-Lintfort
Stolpersteine in Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort. / Rheurdt (aka) Ein Schuljahr lang haben Carolin Neumann, Kenan Tazl, Florian Steinnes und ihre Mitschüler an der Unesco-Gesamtschule recherchiert. In Archiven begaben sie sich auf die Spuren jüdischer Familien in Kamp-Lintfort sowie in Rheurdt. "Man kann es sich nicht vorstellen, dass in der Stadt, in der wir heute wohnen, so etwas geschehen ist", sagt Carolin Neumann. Durch die Recherche seien die Schicksale für sie viel begreifbarer geworden. Schicksale wie zum Beispiel das von Rosa Cahn. Sie war acht Jahre alt, als sie 1941 von Kamp-Lintfort nach Riga deportiert und ermordet wurde.

Die Schüler haben sich in dem Projektkurs, den sie in der Jahrgangsstufe 12 absolviert hatten, nicht nur damit beschäftigt, welche NS-Opfer Kamp-Lintfort zu beklagen hat. Sie engagierten sich dafür, dass Stolpersteine an sie erinnern. Sie nahmen Kontakt zu dem Kölner Künstler Gunter Demnig auf, der das Projekt Stolpersteine ins Leben gerufen hatte. 55.000 kleine, in den Bordstein eingelassene Messingplatten in 1600 Orten in Europa erinnern an Menschen, die aufgrund ihrer Religion oder ihrer Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Die Familie Cahn gehörte zu den wenigen jüdischen Bürgern, die noch während des Zweiten Weltkrieges in Kamp-Lintfort lebten. Sie war seit langem im Bereich Kamp und Hoerstgen ansässig. Alle Familienmitglieder wurden im Dezember 1941 deportiert, ihr Geld wurde vom NS-Regime eingezogen. "Wir haben auch recherchiert, ob noch Angehörige in der Region leben", berichten die Schüler. Um die Finanzierung der Stolperstein zu stemmen, sammelten sie Spenden. Am Montag, 14. Dezember, 12.30 Uhr, werden die Steine auf dem Abteiplatz verlegt.

Quelle: RP
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