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Kamp-Lintfort
Studenten machen sich für Fairtrade-Uni stark

Kamp-Lintfort: Studenten machen sich für Fairtrade-Uni stark
FOTO: Marcus Koopmann
Kamp-Lintfort. 18 Studenten der Hochschule Rhein-Waal haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Stadt Kamp-Lintfort und Hochschule sollen mit dem Gütesiegel "Fairtrade"- Stadt und -Uni ausgezeichnet werden. Von Anja Katzke

In der Mensa gibt es bereits eine kleine Auswahl fair gehandelter Produkte - Kaffee, Schokoriegel und Limonade zum Beispiel. "Das Studentenwerk setzt auf regionale Produkte", betonen Daniel Lange und Söhnke Dirks. Die beiden Studenten machen sich mit ihren Kommilitonen in einem interdisziplinär angelegten Projekt dafür stark, dass die Idee des Fairen Handels an ihrer Hochschule und in der Stadt Kamp-Lintfort noch bewusster wahrgenommen wird. Sie streben die Auszeichnung "Fairtrade"-Stadt und -Universität an. Um das Gütesiegel des gemeinnützigen Vereins "Fairtrade Deutschland" zu erhalten, müssen jedoch Bedingungen erfüllt sein. "Und daran arbeiten wir zurzeit", erklären Dirks und Lange, die an der Fakultät Kommunikation und Umwelt studieren.

"Das Projekt bietet uns die Chance, mit wenigen Mitteln etwas Positives für Hochschule und Stadt zu erreichen und ein Statement zu setzen", erläutert Söhnke Dirks. "Wir können mit unserem Engagement eine Entwicklung in Gang setzen, bewegen und nachhaltig gestalten", fügt Daniel Lange hinzu. "Das gilt für uns alle. Es steckt ganz viel Energie dahinter." Die Aufgaben haben die Studenten unter sich aufgeteilt. Während eine Gruppe sich bemüht, an der Hochschule ein Bewusstsein für das Thema zu schärfen, recherchieren die Kommilitonen, wie sie gleich eine ganze Stadt davon überzeugen können, sich um die "Fairtrade"-Auszeichnung zu bemühen.

Doch bis es soweit ist, gilt es nicht nur alle Beteiligten zu überzeugen, sondern auch Bedingungen zu erfüllen. "Damit unsere Hochschule Fairtrade-University wird, müssen wir regelmäßig Veranstaltungen anbieten. Bei einem Filmabend haben wir über das Thema informiert, Plakate aufgehängt und kleine Werbe-Aufmerksamkeiten verteilt." Überzeugt werden muss noch Präsidium und Senat der Hochschule. "Wir haben einen Beschlussvorschlag verfasst, über den das Präsidium noch entscheiden wird. Den Beschluss des Studentenparlaments haben wir bereits", berichtet Söhnke Dirks. Es muss außerdem eine Kontrollgruppe eingerichtet werden, die darauf acht gibt, dass das Thema Fairtrade an der Hochschule, unter den Studenten, im Präsidium und in der Mensa nachhaltig umgesetzt wird. Sowohl in öffentlichen als auch in internen Veranstaltungen dürfen nur fair gehandelte Produkte verwendet werden. Im vergangenen Jahr hatte eine andere Studentengruppe die Thematik erstmals aufgegriffen. "Dadurch haben wir etliche Kontakte, die wir nutzen können", betont Söhnke Dirks.

Fairtrade-Universitys gibt es erst zwei: die Universität des Saarlandes und die Universität Rostock. Fairtrade-Städte gibt bereits 369, darunter Xanten, Wesel, Oberhausen, Moers, Duisburg und Neukirchen-Vluyn. In Anfängen steckt noch das Vorhaben, die Stadt Kamp-Lintfort ins Boot zu holen. Ein Termin beim Bürgermeister ist bereits angefragt. Und auch im Rathaus müssten einige Bedingungen erfüllt werden: Es müsste ebenso eine Kontrollgruppe installiert werden, die darauf achtet, das Fairtrade gelebt wird. Aktuell steht für Daniel Lange und seine Mitstreiter aber die Recherche an: Bieten Geschäfte solche Produkte an? Nutzen Schulen, Kirchen und soziale Gruppen sie im Alltag? Ergebnis: "In Kamp-Lintfort gibt es zehn Läden, die ein kleines Sortiment haben", betont Lange.

Quelle: RP
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