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Kamp-Lintfort/Neukirchen-Vluyn
Sturmtief stoppt Züge

Sturmtief stoppt Züge
FOTO: Dieker
Kamp-Lintfort/Neukirchen-Vluyn. Enttäuschung für die Narren: Wegen drohenden Sturmwetters fielen die Rosenmontagszüge in Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn aus. Von Anja Katzke und Stefan Gilsbach

Die Entscheidung fiel gestern Morgen um 8 Uhr: Vertreter der Karnevalsvereine, der Verwaltung und der Polizei hatten beraten, ob der Zug in Neukirchen-Vluyn starten solle. Am Ende hieß das Votum: Sicherheit geht vor. Stadtsprecher Frank Grusen informierte die Medien: "Es gibt eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes. Der Rosenmontagszug wird abgesagt." Die Teilnehmer wurden per E-Mail rasch informiert, außerdem wurden Polizeiautos mit Durchsagen losgeschickt. Am frühen Nachmittag herrschte am Rathaus in Neukirchen, wo sonst beim Durchzug der Jecken der Bär tobt, pure Tristesse. Ein paar einsame Luftballons waren der einzige Hinweis auf Rosenmontag. Hier und da waren ein paar frustrierte verkleidete Gestalten zu sehen, die sich davon trollten - offenbar hatte nicht jedermann die Absage mitgekriegt.

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagt Jörg Thiem, Präsident der Vlü-Ka-Ge. "Aber das Wohl der Menschen geht vor." Das Sicherheitskonzept für den Zug lasse keine andere Wahl übrig: Wenn Windstärken vorausgesagt werden, die auf der Beaufort-Skala über den Wert 8 steigen, ist der Zug abzusagen. Angekündigt wurden Stärken von 9 bis 10. Es war nicht das erste Mal, dass der Rosenmontagszug in Neukirchen-Vluyn wegen Wetterunbill abgesagt wurde. "Anno 1993 ist das schon einmal passiert." Es ist nicht geplant, im Laufe des Jahres den Zug nachzuholen. Zu eng geknüpft sei die Logistik gewesen, als dass man sie auf ein anderes Wochenende übertragen könnte, sagt Zugleiter Raphael Röhse. Die Jecken müssen also bis zu nächsten Session warten.

Ein Trost blieb den Karnevalisten: Stunden früher als geplant öffneten Veranstalter die Pforten für die Rosenmontagspartys im Ort.

In Kamp-Lintfort saßen gestern Morgen ab neun Uhr die Vertreter des Festausschusses Kamp-Lintforter Karneval, von Stadt und Ordnungsamt, Feuerwehr, Polizei und Malteser zusammen, um die Lage zu bewerten. "Wir haben alles mögliche abgewogen, sogar überlegt, den Rosenmontagszug verkürzt fahren zu lassen", erklärte Markus Lorkowski, Präsident des Festausschusses. Die Sicherheitsbedenken waren jedoch auch in Kamp-Lintfort zu groß.

Knapp eine Stunde, nachdem die Neukirchen-Vluyner ihren Rosenmontagszug abgesagt hatten, zog man auch in Kamp-Lintfort die Reißleine. "Wir standen im ständigen Kontakt mit dem Wetteramt in Essen", berichtet Michael Raskopf, Vize-Präsident des Festausschusses. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und sehr gerungen. Aber als alle anderen Städte im Umkreis ihre Züge abgesagt haben, haben wir uns auch dazu entschlossen." Als Grund nannte Raskopf auch die Zugstrecke. Der Rosenmontagszug startet in den Straßen der Altsiedlung. "Wenn die Dachpfannen von den Häusern geflogen wären, das wäre viel zu gefährlich geworden." Lorkowski und Raskopf zeigten sich gestern erleichtert, dass die meisten Kamp-Lintforter Verständnis für die Absage zeigten - wenngleich die Sonne, die sich zwischendurch immer wieder zeigte, bei manchen Jecken Zweifel aufkommen ließ. Eine Alternative war gestern schnell gefunden. Die Karnevalsfreunde trafen sich im Festzelt neben den Stadtwerken, im ABC-Keller und im Alten Rathaus. Trost: Der Festausschuss überlegt, ob es einen Nachholtermin geben wird.

Quelle: RP
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