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Kamp-Lintfort
Susanne Rosorius ist neue Pfarrerin in der Lintforter Gemeinde

Kamp-Lintfort: Susanne Rosorius ist neue Pfarrerin in der Lintforter Gemeinde
Susanne Rosorius möchte gerne junge Frauen ansprechen. FOTO: creich
Kamp-Lintfort. Zweieinhalb Jahrzehnte war Susanne Rosorius an unterschiedlichen Orten im Einsatz. Seit Sonntag ist sie offiziell als Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde im Amt. Die gebürtige Mülheimerin war unter anderem vertretungsweise Krankenhauspfarrerin in Essen, organisierte auf lokaler Ebene den Weltgebetstag und bereitete Miriam-Gottedienste für Frieden und Nachhaltigkeit vor. Von Peter Gottschlich

Außerdem sprang sie seit fünf Jahren immer in der evangelischen Kirchengemeinde Lintfort ein, wenn es an Personal fehlte. Schließlich wohnt sie seit 2010 mit ihrem Mann, Pfarrer Klaus Rosorius, in der vom Bergbau geprägten Stadt. Seit sieben Monaten ist sie fest bei der Kirchengemeinde angestellt - mit einer halben Stelle. Am Sonntag wurde sie mit einem Gottesdienst im Lutherhaus am Markt offiziell in ihr Amt eingeführt. Superintendent Ferdinand Isigkeit predigte über die Botschaft vom Reich Gottes, die weiter zu tragen sei, "von einem Meer bis zum anderen". Dies ist auch das besondere Anliegen von Susanne Rosorius, wobei sie die Botschaft Gottes vor allem zu weiblichen Gläubigen weiter tragen will.

"Ich will jüngere Frauen ansprechen, von denen es nur wenige in der Kirche gibt", sagt die 55-Jährige. "Dazu haben wir vor, neue Formate auszuprobieren. Diese Formate sind nicht von vornherein zum Erfolg gekrönt, aber wichtig. Sie decken etwas ab, was noch nicht abgedeckt ist, ohne das Rad neu zu erfinden." So bot sie bereits Frauenfrühstücke und -abende an, bei denen ein Kommen nicht verpflichtend war. "Junge Frauen planen ihre Freizeit anders", sagt die Pfarrerin.

Zu den neuen Angeboten kommen die bestehenden. Für den Bereich des Lutherhauses, der das Gebiet der einstigen Arbeitersiedlung abdeckt, verkündet sie den Glauben durch Gottesdienste und Taufen, Trauungen und Beerdigungen. Zuvor hatte dort Martin Keßler für ein Jahr diese Aufgaben übernommen, bevor er im September 2014 zur evangelischen Kirchengemeinde in die Nachbarstadt Moers-Kapellen wechselte. Er hatte "Kolonie-Pfarrer" Gerhard Biermann, wie er sich selbst nannte, in diesem Bezirk abgelöst. Dieser war in den Hunsrück gezogen, wo seine Frau eine neue Pfarrstelle antrat.

Zudem hält Susanne Rosorius ab und zu Gottesdienste in der Christuskirche, die zusammen mit dem Lutherhaus zukünftig einen Bezirk bilden soll. Auch im zweiten zukünftigen Gemeindebezirk, den die Kreuzkirche im Geisbruch und der Paul-Gerhardt-Saal im Niersenbruch bilden sollen, ist sie aktiv. Zum Beispiel bietet sie jeden vierten Donnerstag im Monat gemeinsam mit ihrem Mann einen Trauergesprächskreis im Dietrich-Bonhoeffer-Haus an. Die evangelische Pfarrerin denkt über die konfessionellen Grenzen hinweg. "Die Ökumene läuft in Kamp-Lintfort sehr gut", sagt sie. Zum Beispiel besuchte der katholische Kaplan Werner Knoor ihren Einführungsgottesdienst, wie 100 weitere Gläubige. "Es wäre natürlich schön, wenn es immer so viel wären", wünscht sich Rosorius.

Susanne Rosorius ist erreichbar im Lutherhaus am Markt, Ebertstraße 57, 02842 913419, oder an der Geisbruchstraße 22, 02842 928603.

Quelle: RP
 
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