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Kamp-Lintfort
Team der Drogenhilfe nimmt Arbeit auf

Kamp-Lintfort: Team der Drogenhilfe nimmt Arbeit auf
Kristina Kaiser (links) und Britta Dietrich-Aust, Leiterin der Drogenhilfe, sind im Haus der Diakonie bereits eingezogen. FOTO: kdi
Kamp-Lintfort. Die Grafschafter Diakonie im Kirchenkreis übernimmt ab dem 1. Januar 2017 die Trägerschaft für die Drogenberatung in Kamp-Lintfort. Eine kleine Mannschaft ist aber bereits seit September als Ansprechpartner vor Ort. Von Anja Katzke

Britta Dietrich-Aust und ihre Kolleginnen Kristina Kaiser sowie Melanie Boi haben sich im Kamp-Lintforter Haus der Diakonie bereits ein wenig eingerichtet: "Wir sind schon seit September hier und öffnen die Beratungsstelle immer dienstags und mittwochs, damit Betroffene auch in der Zeit des Übergangs einen Ansprechpartner finden", sagt Britta Dietrich-Aust. Die Leiterin der Drogenhilfe in Moers wird auch die Beratungsstelle an der Friedrich-Heinrich-Allee leiten.

Ab dem 1. Januar 2017 ist das Diakonische Werk im Kirchenkreis Moers auch offiziell Träger der Drogenhilfe in Kamp-Lintfort. Bislang betreute der in den 1980er Jahren gegründete Verein "Drogenberatung" die Betroffenen und war als einer von vier Beratungsstellen im Kreis Wesel für die Kommunen Kamp-Lintfort, Rheinberg, Alpen, Sonsbeck und Xanten zuständig.

Die Stadt Kamp-Lintfort, die die Drogenberatung zeitgemäß aufstellen wollte, hatte dem Verein gekündigt. Mitte Juni erhielt die Diakonie den Zuschlag. Britta Dietrich-Aust und ihre Kollegen, insgesamt werden es in Kamp-Lintfort dreieinhalb Stellen sein, nutzen bereits die Zeit, um die Beratungsstelle aufzubauen, sich einzuarbeiten und Netzwerke zu schaffen. "Zurzeit ist bei uns vor allem Flexibiliät gefragt. Wir stehen auch im Austausch mit den Mitarbeitern der bisherigen Drogenberatung", sagt die Leiterin der Drogenhilfe, wie die Beratungsstelle heißen wird. "Eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung im Kreis Wesel legt unsere Aufgaben fest", erläutert Dietrich-Aust. "Wir beraten und betreuen Betroffene jeden Alters, die illegale Drogen konsumieren und unsere Hilfe suchen. Im legalen Bereich sind wir Ansprechpartner für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 26 Jahren."

Die Diakonie bringt auch ein neues Beratungsangebot aus Moers nach Kamp-Lintfort mit: "Wir betreuen Menschen mit auffälligem Medien- und Internetgebrauch", erklärt Dietrich-Aust. Dass sich die Drogenhilfe auch um die nichtmateriellen Süchte wie Spiel- und Internetsucht kümmert, war Wunsch der Kamp-Lintforter Stadtverwaltung. "Es wurde vor einigen Jahren stark befürchtet, dass gerade dieser Bereich deutlich wachsen wird. Es ist aber in der vergangenen Zeit viel in der Prävention getan worden", weiß die neue Leiterin. Dennoch gäbe es immer wieder junge Leute, die das Internet exzessiv nutzen würden. "Und es ist wichtig, sie zu begleiten und ihnen zu helfen, zu einem angemessenen Umgang mit den neuen Medien zu kommen."

Einen Schwerpunkt hat Britta Dietrich-Aust in Kamp-Lintfort bereits ausgemacht. "Es nutzen viele Eltern unser Beratungsangebot, die sich um ihre Kinder Sorgen machen. Es ist ein Phänomen, das wir auch in Moers festgestellt haben."

Bei den illegalen Süchten habe sich der Schwerpunkt verlagert, weiß Dietrich-Aust. "Während es sich früher vor allem um heroinsüchtige Menschen handelte, sind es heute Cannabis und Amphetamine." Die Beratung ist anonym, vertraulich und kostenlos. Sie umfasst Hilfen beim Umgang mit der Suchterkrankung und den resultierenden Problemen. "So versuchen wir, gemeinsam die Gründe für die Sucht herauszufinden." Zu den Aufgaben gehören darüber hinaus die psychosoziale Betreuung im Substitutionsprogramm und Präventionsarbeit - beispielsweise an Schulen. 2017 soll auch ein Projekt, das die Weseler Drogenberatung entwickelt hatte, nach Kamp-Lintfort und Moers geholt werden. Es heißt "Fit Kids" und soll Hilfe für Kinder aus suchtkranken Familien sein.

Ob die Drogenhilfe im Haus der Diakonie an der Friedrich-Heinrich-Allee bleiben wird, steht noch nicht fest. Es ist auch angedacht, barrierefreie Räume anzumieten.

Die Drogenhilfe ist dienstags, 13 bis 16 Uhr, und mittwochs, 9 bis 13 Uhr, geöffnet. Telefon unter 02842 13069.

Quelle: RP
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