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Kamp-Lintfort
Trinkhalle wird zur "Kleinen Kunsthalle"

Kamp-Lintfort: Trinkhalle wird zur "Kleinen Kunsthalle"
Kunst im ehemaligen Kiosk: Hier stellt Heike Wirtz ihre Bilder aus und gibt Malkurse. FOTO: Christoph Reichwein
Kamp-Lintfort. Die Kamp-Lintforter Künstlerin Heike Wirtz eröffnet ihr neues Atelier an der Wilhelmstraße 45 a. Das Gebäude war früher einmal ein Kiosk. Die Künstlerin veranstaltet dort zukünftig auch Malworkshops. Von Anja Katzke

Das Backsteingebäude an der Kamp-Lintforter Wilhelmstraße 45 a weckt Kindheitserinnerungen: an Gläser, prall gefüllt mit Lakritz, Lollis und Bonbons. Das Büdchen gibt es an der Wilhelmstraße schon lange nicht mehr. Aus der Trinkhalle wurde in den vergangenen Tagen eine "Kleine Kunsthalle". Malerin und Diplom-Designerin Heike Wirtz hat sich in dem 45 Quadratmeter kleinen Häuschen ein Atelier eingerichtet. Die "Kleine Kunsthalle" wird am Samstag und Sonntag, 5. und 6. März, eröffnet.

Eigentlich war Heike Wirtz nicht auf der Suche nach neuen Atelierräumen. "Ich suchte im Internet eine Wohnung für meine Schwiegereltern, die nach Kamp-Lintfort umziehen möchten, und so bin ich eher zufällig darauf aufmerksam geworden, dass das Gebäude zu vermieten ist. Ich dachte: Dass musst Du dir unbedingt anschauen." Dabei blieb es nicht. Im Januar zog sie mit ihrem Atelier ein. Wirtz strich die Wände, legte einen robusten Boden, richtete den 18 Quadratmeter großen Arbeitsraum sowie eine kleinen Küche und WC ein.

Ein schmaler, rechteckiger Tisch nimmt fast den ganzen Atelierraum mit den großen Fenstern zu Wilhelmstraße ein. Er bietet Platz für bis zu sechs Personen. Und das hat seinen Grund: Heike Wirtz wird in ihrem neuen Atelier Workshops und Kurse für Kunstinteressierte anbieten. Eine Tageslichtlampe sorgt bei Dunkelheit für gute Lichtverhältnisse. Auf Regalen sind die Acrylfarben geordnet. An den Wänden präsentiert die Kamp-Lintforterin ihre aktuellen Arbeiten: Landschaften und Stillleben. "Es ist ein kleiner Querschnitt meiner Arbeit." Heike Wirtz freut sich, wenn Passanten vor ihrer "Kleinen Kunsthalle" stehenbleiben und ins Atelier schauen. "Ich hatte schon viele nette Erlebnisse", erzählt sie lächelnd. "Und die ganz Mutigen kommen sogar herein in meine kleine Kunsthalle."

Die Kamp-Lintforterin, die vorher zu Hause gearbeitet hat, fühlt sich wohl in ihrem neuen künstlerischen Kreativraum. Heike Wirtz studierte Design an der Fachhochschule Niederrhein, seit 2006 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin. "Es war für mich schnell klar, dass die Kunst mein beruflicher Weg ist", erinnert sie sich. Ihre Kunst bezeichnet sie als "subjektiven Realismus". "Ich gehe als Künstlerin mit offenem Blick durch das Leben und die Welt. In den Bildern verarbeite ich meine Eindrücke." Ihre Intention sei es, sagt sie, ihre eigene Sichtweise wiederzugeben und auszudrücken, losgelöst von der Wirklichkeit. "Es gibt kein direktes Abbilden der Natur."

Dabei abstrahiert sie zuweilen, muss es aber nicht. "Die freie Abstraktion ist nicht mein Weg." Acrylfarben, Tusche, Spachtelmassen, Wachs und Kreiden sind die Materialien für ihre Arbeiten. "Ich mag es, die Materialien miteinander zu kombinieren", sagt sie.

Rost ist dafür ein Vehikel. Sie schafft vielschichtige Oberflächen, in denen sie hinzufügt und wieder abträgt. Denn: "Beim Schichten der Farben bleibt immer etwas aus den unteren Ebenen sichtbar, so dass neue Farbklänge in meinem Bild entstehen", erläutert die Künstlerin ihre Arbeitsweise. Gerne arbeitet sie in Serien. Im vergangenen Jahr entstand zum Beispiel eine zum Thema "Pusteblume". Ein Bild ist in der "Kleinen Kunsthalle" an der Wilhelmstraße ausgestellt. Zusammen mit Anne Schary, Barbara Ziebuhr und Andrea Much bildet Heike Wirtz die Künstlergruppe "Kunstraum" und stellt regelmäßig mit ihnen aus.

Wirtz, die an der VHS Kunstkurse gibt, plant Malworkshops auch in ihren neuen Atelieräumen an der Wilhelmstraße. In kleinen Gruppen von zwei bis fünf Personen werden die vielfältigen Möglichkeiten der Bildgestaltung mit Acrylfarben und Mischtechniken erforscht. Vorher steht jedoch am Wochenende die Eröffnung der "Kleinen Kunsthalle" an. Sie ist Samstag und Sonntag, jeweils von 11 bis 18 geöffnet.

Quelle: RP
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