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Kamp-Lintfort
Turbulenter Spaß um einen Geldkoffer

Kamp-Lintfort: Turbulenter Spaß um einen Geldkoffer
Eine Szene aus "Funny Money". Die Bühne 69 hat das Stück mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. FOTO: CHristoph Reichwein
Kamp-Lintfort. Die Bühne 69 hat die Komödie "Funny Money" des britischen Autors Ray Cooney in die Stadthalle gebracht. Von Birgit Lamayer

Was tun mit 735.000 Pfund? Das fragt sich Henry Perkins, der plötzlich einen Aktenkoffer mit eben dieser Summe in der Hand hält. Wo das Geld herkommt, weiß er nicht so genau, dass er es um jeden Preis behalten möchte, schon. Weil er ahnt, dass das nicht lange unentdeckt bleibt, muss er verschwinden und die Spuren verwischen. Der Mann, mit dem er den Aktenkoffer versehentlich in der U-Bahn tauschte, wird nämlich schon bald merken, dass er statt der vielen 50-Pfund-Noten jetzt Unterlagen und ein Schinkensandwich besitzt. Das alles passiert ausgerechnet an dem Abend, an dem Perkins' Frau mit dem Geburtstagsdinner auf ihn wartet, zu dem sie das befreundete Ehepaar Betty und Vic Johnson eingeladen hat. Da ist schon das nächste Problem: Die beiden Freunde muss er jetzt auch noch so schnell wie möglich loswerden. Abwimmeln lassen wollen die sich aber nicht so leicht. Schließlich wollen sie feiern, mit Geschenken und Brathähnchen.

Außerdem muss Henry vorher seine Ehefrau Jean einweihen und dann auch noch davon überzeugen, so schnell wie möglich die Koffer zu packen. Während das Taxi zum Flughafen wartet, steht schon die Kriminalpolizei vor der Tür. Kurzerhand werden Verwandte aus Sydney erfunden, Jean wird immer betrunkener und eine Leiche im Fluss gefunden. Ein Kriminalbeamter, der für sein Schweigen bezahlt werden will, ist da noch das kleinere Übel.

Über zwei Stunden lang jagen sieben Schauspieler durch das Wohnzimmer der Perkins in Fulham. Kaum verschwindet einer durch eine Tür, kommt der nächste durch eine andere herein. Zu allem Überfluss ruft dann auch noch ein geheimnisvoller Mister Big an, der unbedingt den Aktenkoffer haben will. Als die Taxifahrerin Martha ihm dann noch die Adresse der Perkins nennt, wird es mehr als brenzlig. "Als kleiner Langweiler warst du mir lieber", wünscht sich Jean ihren alten Henry zurück.

Die Bühne 69 setzt auch bei der neuen Herbstkomödie auf viel Liebe zum Detail. Gleich am Eingang kann werden Geldscheine aus Esspaper verteilt. Das Lied "Money, Money, Money" von ABBA ist zu hören, schwarze Aktenkoffer und große Scheine wechseln die Besitzer. Bei "Funny Money" geben sieben Laienschauspieler ihr bestes und zeigen, dass sie viel Spaß daran haben, auf der Bühne zu stehen.

Hinter den Kulissen stehen Souffleusen und Techniker den ganzen Abend parat. Schon im lange Vorfeld wurde das Bühnenbild entworfen und dekoriert. Andreas Stieffenhofer und Birgit Wollenberg, die in dem Stück Henry und Jean spielen, führten zugleich Regie. Wie nach jeder Vorstellung wurden die Zuschauer eingeladen, hinter den großen Vorhang zu schauen. Diesmal aber mit Geschenk, sagte Peter Vogelsang, der den Freund der Familie spielte. Schließlich ist es ja eine Geburtstagsparty.

Das Amateurtheater Bühne 69 kann über Zuschauermangel nicht klagen. Viele langjährige Fans sind dem Ensemble treu und verpassen keine Vorstellung. Schon lange im voraus freuen sie sich auf die turbulenten Frühjahrs- und Herbstkomödien. Im Winter spielt das Amateurtheater auch wieder ein Kinderstück, diesmal den Räuber Hotzenplotz.

Weitere Vorstellungen gibt es am Freitag und am Samstag um 20 Uhr. Der Eintritt beträgt 12 Euro auf allen Plätzen. Die Karten können telefonisch unter 02842 3399380 oder online unter www.buehne69.de vorbestellt werden.

Quelle: RP
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