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Kamp-Lintfort
Üble Nachrede: Geldstrafe für Frau

Kamp-Lintfort. Nach Bemerkungen ihrer Töchter stand für eine Frau aus Kamp-Lintfort fest: Der Exmann missbraucht die Kinder. Ihren Verdacht erzählte sie einer Freundin und Nachbarn. Auch der Schwiegermutter soll sie gesagt haben, dass der Ex sich an den Kindern verging. Die Schwiegermutter erstattete Anzeige und die Frau wurde wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe verurteilt.

Vor der Berufungskammer zeigte sich die 45-Jährige als besorgte Mutter. "Es gibt für mich nichts Wichtigeres als meine Kinder", beteuerte sie. Für sie stehe fest, dass die Kinder vom eigenen Vater missbraucht wurden. Sie habe damals Anzeige erstattet, die Töchter seien in Behandlung beim Kinderpsychologen gewesen. Die Ermittlungen gegen den Kamp-Lintforter waren eingestellt worden. Daran sei ein falsches Gutachten und eine nicht kindgerechte Vernehmung bei der Polizei schuld, sagte die Angeklagte. Ihr Ex bestritt die Taten. Als sie darüber öffentlich redete, sei sie verzweifelt gewesen, sagte die 45-Jährige.

Der Richter der Berufungskammer wies darauf hin, dass so etwas nicht gesagt werden dürfe, wenn der Wahrheitsgehalt nicht nachgewiesen werden kann. Dennoch folgerte er, dass sie nicht böswillig Lügen verbreitete. Er regte an, das Verfahren ohne Urteil zu beenden. Mit Zustimmung aller Beteiligten wurde das Verfahren gegen Zahlung von 1000 Euro an den Kinderschutzbund vorläufig eingestellt.

(bil)
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