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Kamp-Lintfort
Unesco-Schüler singen jüdische Friedenslieder

Kamp-Lintfort: Unesco-Schüler singen jüdische Friedenslieder
Die Unesco-Schüler präsentierten eine Show in 15 Szenen. Seit den Sommerferien hatten sie das Programm ausgearbeitet und einstudiert. FOTO: kdi
Kamp-Lintfort. Die Hilfe für Flüchtlinge stand im Mittelpunkt des Winterfestivals. 200 Schüler führten Theaterszenen auf, musizierten und tanzten. Von Peter Gottschlich

Das Weihnachtsfestival, zu dem die Unesco-Gesamtschule einlädt, hat offiziell kein Motto. Am Mittwoch und Donnerstagabend gab es ein inoffizielles: Die Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge in Kamp-Lintfort. Unterstützt von den Lehrern und der Schülervertretung hatten die Klassensprecher in den Wochen vor der großen Veranstaltung Mäppchen, Hefte und Stifte für Flüchtlingskinder in Kamp-Lintfort gesammelt. "Über 13.000 Schulartikel wurden gesammelt", freute sich Schulleiter Jürgen Rasfeld, als er die jeweils rund 300 Zuschauer begrüßte. "Der Mensch ist vor allem Mensch, wenn er seine Egoismen überwindet und sich für andere einsetzt. Das Gute steckt an. Es ist eine Kraft, die im Kleinen und Großen wirkt." So hätten die Klassensprecher und Lehrer erneut ihre Ärmel hochgekrempelt, um Lebensmittel für die Tafel zu sammeln.

Auch bei mehreren Szenen des Winterfestivals stand das Thema Flüchtlinge im Mittelpunkt, zum Beispiel beim Lied "Hevenu shalom alechem", das ein Ruf nach Frieden ist und vom Schulchor unter Leitung von Musiklehrerin Helga Dylla vorgetragen wurde. Oder beim "Gumboot" der Siebtklässler. Das ist ein Tanz mit Gummistiefeln, der von unterdrückten Afro-Amerikanern in den USA entwickelt wurde.

Die 200 Unesco-Schüler präsentierten 15 Szenen. Dabei standen sie in Gruppen zwischen drei und 40 Personen auf der Bühne, um Botschafter der Schule zu sein, wie es Jürgen Rasfeld nannte, also Botschafter für die Hilfsbereitschaft.

Einige Schüler stellten ihr musikalisches Können vor, etwa drei Fünftklässler, die sich El-Blues nennen und mit Cajon, Posaune und Saxofon "Frozen Sky" spielten. Andere zeigten sich sportlich, etwa die 20 Akrobatik-Kids, die sich im Wechsel im Rampenlicht überschlugen. Wieder andere gaben sich tänzerisch, wie 20 junge Zumba-Tänzer. Außerdem präsentierten sich einige schauspielerisch, etwa die Neuntklässler des Kurses "Darstellen und Begreifen", die Märchen um Rotkäppchen und Schneewittchen vermischten. Das Publikum war begeistert von den Darbietungen der Unesco-Schüler.

Seit den Sommerferien hatten die Schüler in unterschiedlichen Kursen, Arbeitsgemeinschaften und Wahlpflichtfächern die Szenen ausgearbeitet und einstudiert. "Diese Szenen sind nur eine Auswahl", sagte der Schulleiter. Wenn alle Gruppen der Gesamtschule aufgetreten wären, hätte es doppelt so lange gedauert. Dabei dauerte das Winterfestival bereits zwei Stunden plus Pause.

Bei der Aufführung am Donnerstagabend schauten auch einige Flüchtlingskinder vorbei, die die Europaschule besuchen. Sie spielten unter anderem in einem kurzen Theaterausschnitt "Im Kaufhaus" mit, das die der Unicef-AG der Schule einstudiert hatte.

Quelle: RP
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