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Kamp-Lintfort
Unternehmer bringen Schüler in Bewegung

Kamp-Lintfort: Unternehmer bringen Schüler in Bewegung
Die Grundschüler freuen sich über die neuen Sportgeräte. FOTO: mkoo
Kamp-Lintfort. Firmen spendeten 5000 Euro für den Kauf von Smovey-Ringen. So können die Kinder jetzt ihre Tiefenmuskulatur trainieren. Von Peter Gottschlich

Die Kamp-Lintforter Grundschüler können jetzt mit Smovey-Ringen ihre Tiefenmuskulatur trainieren. Gestern erhielten sie in Wellings Parkhotel 100 knallgrüne Bewegungsringe. Dazu bekam der Kindergarten Terhardtshof 25 Paar Ringe. Finanziert wurden sie von 24 Kamp-Lintforter Unternehmen. "Jetzt sind alle vier Grundschulen in Kamp-Lintfort mit einem Klassensatz von 25 Paar ausgestattet", freute sich Detlev Fiedriszik bei der Übergabe. Der 59-jährige Alpsrayer, der an Parkinson erkrankt ist, hatte bei Unternehmen "Klinken geputzt", um 5000 Euro für die Bewegungsringe zu sammeln. Neben dem Kindergarten Terhardtshof hat der Kindergarten Tausendfüßler bereits "Froschringe". Er erhielt sie im Juni 2015. Außerdem besitzt die Europaschule einen Satz Bewegungsringe. Sie hatte im Januar 2014 den Start gemacht, als sie noch Sekundarschule hieß.

"An der Schule und im Kindergarten haben wir positive Erfahrungen gemacht", berichtete Detlev Friedriszik. "Die Kinder schwingen sie mit den Armen, wenn sie laufen. Außerdem liegen sie auf Matten und massieren sich mit den Smovey-Ringen gegenseitig ihre Rücken." Schließlich befinden sich in den Kunstschläuchen, die den Umfang einer Hutkrempe haben, vier Kugeln, die bei Bewegung vibrieren. "Es entstehen gegengleiche Schwingungen", sagt Marianne Friedriszik. "Dadurch kann mein Mann zum Beispiel die Treppe im Kamper Terrassengarten hochlaufen, obwohl er an Parkinson erkrankt."

Sie gehört zu den acht Trainern, die Kindern und Senioren erläutern, wie sie mit den Bewegungsringen üben können, die vom österreichischen Tennisspieler und Parkinsonpatienten Johann Salzwimmer erfunden wurden. Sie hatte zusammen mit ihrem Mann die "runde Sache für die Bewegung" 2012 kennengelernt, als sie auf einer Norwegenkreuzfahrt für Parkinsonpatienten unternahmen. Die beiden waren sofort Feuer und Flamme für die Ringe, die 2006 das erste Mal in Produktion gingen. Sie kauften sich Smovey-Ringe. Sie gründen den Verein "Freemade". Sie besorgten Geld, damit der Integrative Kindergarten in Alpsray elf Paar "Froschringe" erhielt. Und sie riefen Ende 2013 das Projekt "Mehr Bewegung unserer Kinder am Niederrhein" ins Leben, das vor allem von den Städten Rheinberg und Neukirchen-Vluyn sowie der Sparkasse am Niederrhein getragen wird. "Mittlerweile haben 14 Kindergärten und zwölf Schulen Smovey-Ringe", berichtete Marianne Friedriszik. Bei Schülern und Lehrern sind die "Froschringe" beliebt. "Die Kinder können sie auch auf dem Pausenhof benutzten oder im Offenen Ganztag", berichtete Sigrid Hamann als Leiterin der Pappelseeschule. "Natürlich wäre es schön, einen zweiten Klassensatz zu haben. Schließlich hat unsere Schule zwei Standorte."

Außerdem wollen weitere Schulen in der Grafschaft "Froschringe" haben. Aber ihnen fehlt das Geld, einen Klassensatz mit 25 Paar zu kaufen. Dabei kostet ein Paar für Kindergärten und Schulen nur 50 Euro, nicht 100 wie für Ergotherapiepraxen oder Einzelpersonen. Friedriszi will weiteres Geld sammeln, um Smovey-Ringe für Kindergärten und Schulen kaufen zu können.

Quelle: RP
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