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Kamp-Lintfort
Unterwegs zwischen Himmel und Erde

Kamp-Lintfort: Unterwegs zwischen Himmel und Erde
Rita Mielke liest beim Literaturfestival Kloster Kamp in der Marienkapelle. Das Publikum lauschte andächtig. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. "Horizonte"-Lesung mit einer musikalisch-literarischen Matinee in der Abteikirche vom Kloster Kamp Von Olaf Reifegerste

Es war die 24. Veranstaltung der "Horizonte"-Kulturreihe, die gestern in der Marienkapelle der Abteikirche von Kloster Kamp auf dem Programm stand: "Garten Eden. Paradies. Himmel. Unterwegs zu einem Sehnsuchtsort", lautete der Titel der musikalisch-literarischen Matinee. Als Protagonisten angekündigt waren Rita Mielke, die das Literaturprogramm der "Horizonte"-Veranstaltungsreihe zum Thema "unterwegs" verantwortet, Peter Hahnen vom "Geistlichen und Kulturellen Zentrum Kloster Kamp" und die Flötistin Maria-Elisabeth Booms.

Da Hahnen erkrankt war, musste Mielke auch dessen Part übernehmen. Doch nachteilig wirkte sich diese Besetzungsänderung keineswegs aus, da der thematische Rahmen von beiden bis ins kleinste Detail vorbereitet war. Ohnehin war der 45-minütige Wortbeitrag teils Vortrag, teils Lesung, dazu musikalisch umrahmt mit meditativ anmutenden Flötenklängen.

Am Anfang wäre der Himmel ein fernes Reich der Götter gewesen, auf das sich alle Hoffnungen, aber auch die Ängste der Menschen gerichtet hätten: Ein Ort der Utopien, eine Quelle der Wünsche - kurz: ein Paradies. Seitdem seien die menschlichen Himmelsphantasien vielfachen Veränderungen unterworfen. Der Garten Eden sei mittlerweile sehr irdisch geworden. Sein sinnstiftender Aspekt für die Menschheit habe sich weitgehend verabschiedet, Science Fiktion habe vielerorts den Gottglauben ersetzt und die Naturwissenschaft wie die Glaubenslehre stünden heute mehr denn je im unversöhnlichen Wettstreit gegeneinander. Andererseits hätten Dichter und Komponisten das Paradies zu allen Zeiten stets fasziniert. Mit himmlischen Klängen und Worten seien sie aufgebrochen, hätten sich dem Sehnsuchtsort in der Ferne des Firmaments genähert und ermöglichten uns bis heute eine einzigartige Erfahrung: Ohne Himmel können wir nicht leben!

So in etwa skizzierte Mielke eindrucksvoll, als auch inspirierend und anregend zugleich, ihre religiös wie philosophisch, musikalisch wie literarisch motivierten Gedanken zu Himmel und Hölle, Erde und Weltraum, Kosmos und Universum. Dazu trug sie Textstellen aus der Bibel (Psalm 19) und aus Hermann Hesses Roman "Das Glasperlenspiel" vor, las Gedichte von Karl May ("Mein Himmel") und Rainer Maria Rilke ("Ich ließ meinen Engel lange nicht los") und zitierte aus dem Buch "Wie man ein Kind lieben soll" des Autors Janusz Korczak.

Herzlicher Beifall der 40 Matinee-Besucher.

Quelle: RP
 
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