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Kamp-Lintfort
Viele Helfer richten die Kleiderkammer ein

Umzug der Kleiderkammer Kamp-Lintfort
Kamp-Lintfort. Die neue Kleiderkammer am Rathaus öffnet am Dienstag. Ziel ist es, die Erstversorgung der ankommenden Flüchtlinge sicherzustellen. Auch das Beratungscenter wird in die ehemalige Buchhandlung einziehen. Von Anja Katzke

Stapel mit Hosen, Pullover und T-Shirts sind bereits in die wandhohen grauen Regale eingeräumt. "Und die Sachen aus dem Flüchtlingsheim an der Friedrichstraße kommen noch dazu", sagt Monika Paulus. Dort, wo noch bis vor wenigen Monaten Bücher verkauft wurden, richten 15 ehrenamtliche Helfer die neue Kleiderkammer ein. Ein Mann, zwölf Frauen, und zwei Jugendliche sorgen dafür, dass die Einrichtung in den Räumen der ehemaligen Buchhandlung am Rathaus am Dienstag, 13. Oktober, erstmals öffnen kann.

Die bestehende Kleiderkammer an der Friedrichstraße war zu klein geworden. "Wir erhielten täglich Kleiderspenden, die wir wegen des Platzmangels nicht mehr annehmen konnten", erläutert Angelika Buttgereit. Sie koordiniert für die Stadt Kamp-Lintfort das ehrenamtliche Engagement des Runden Tisches, der dazu beitragen will, die Lebenssituation der Flüchtlinge zu verbessern. Zum Beispiel mit der Einrichtung der neuen Kleiderkammer. Die Stadt stellte das Ladenlokal zur Verfügung, und der Verein "Integration. Flüchtlinge" stemmte mit Helfern und Flüchtlingen den Umbau und die Einrichtung der Kleiderkammer.

"Wir haben die Räume neu gestrichen, die Regale eingebaut, die Kleidungsstücke sortiert - nach Winter und Sommer, Herren, Damen und Kinder und natürlich nach Größen", betont Monika Paulus, die mit Reiner Klotz, Vorsitzender der Flüchtlingshilfe, die Organisation in die Hand genommen hatte. "Ich bin seit eineinhalb Jahren in Rente und wollte mich gerne engagieren", erzählt Monika Paulus. Anfang des Jahres stieß sie zur Flüchtlingshilfe. "Ja, und Reiner Klotz hat mich gefragt, ob ich die Einrichtung der Kleiderkammer mit organisieren möchte. Es macht mir Spaß."

Seit drei Wochen sind die freiwilligen Helfer dabei, die Räume für die Kleiderkammer am Rathaus herzurichten. Sie und zwei städtische Mitarbeiter werden den Betrieb der Einrichtung sicherstellen. Die Kleiderkammer dient der Erstversorgung der ankommenden Flüchtlinge. FOTO: Klaus Dieker

Die Spendenbereitschaft ist ungebrochen. "Auf dem Stadtfest hat uns jemand Spielzeug vor die Türe gestellt." Schüler der Unesco-Gesamtschule haben angekündigt, in den nächsten Tagen Schultornister und Schulsachen zu bringen. Paulus: "Und der Bürgermeister hat uns die Kleiderstangen gespendet." Viele Kleidungsstücke mussten allerdings im Vorfeld aussortiert werden. "Es wäre schön, wenn uns nur Sachen in einem guten und gewaschenen Zustand gebracht würden", betonen Buttgereit und Paulus. Die Kleiderkammer soll die Erstausstattung der Flüchtlinge sicherstellen. "Manche haben ja nur noch einen Rucksack oder einen Beutel dabei", weiß Angelika Buttgereit. Nach der Erstausstattung können die Flüchtlinge im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten entsprechend dem Asylbewerberleistungsgesetz ihre weitere Versorgungssituation selbstbestimmt gestalten. "Sie sind - wie alle Bürger - in den benachbarten Cari-Treff eingeladen, wo sie gegen einen Obolus Kleidung einkaufen und Kontakte knüpfen können", sagt Buttgereit.

Ende des Jahres wird auch das Beratungscenter für Flüchtlinge vom Rathauscenter in die neuen Räume einziehen. Flüchtlinge können dort Sprachkurse besuchen, finden Hilfe in Alltagsfragen. Der Runde Tisch, ein Zusammenschluss aller in der Flüchtlingshilfe tätigen Institutionen, erarbeitet Angebote im Sinne der Integration. Ziel ist es die Lebenssituation zu verbessern - durch Hilfe für Familien und Begleitung zu Arzt- und Behördengängen. Buttgereit ist aktuell damit befasst, eine Liste mit Telefonnummer von Menschen zu erstellen, die Fremdsprachen beherrschen und helfen, Sprachbarrieren zu überwinden.

Sehen Sie ein Video über die Kleiderkammer auf www.rp-online.de/moers

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Quelle: RP
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