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Kamp-Lintfort
Volkspark: Grundstücksfrage vor Gericht

Kamp-Lintfort: Volkspark: Grundstücksfrage vor Gericht
Das Neubaugebiet am Volkspark erfreut sich einer großen Nachfrage. In nur wenigen Monaten waren hier alle städtischen Grundstücke an der Franzstraße verkauft. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Die Stadt Kamp-Lintfort möchte das neue Baugebiet "Wohnen am Volkspark" auf dem ehemaligen Holstein-Gelände erweitern. Es ist aber noch nicht über die Klage eines Investors entschieden, der dort einen Discounter errichten will. Von Anja Katzke

Die Vermarktung der Baugrundstücke am Volkspark war für die Stadt ein großer Erfolg: 59 Grundstücke waren in knapp 20 Monaten fast alle verkauft, viele an junge Familien mit kleinen Kindern. Die Stadt möchte das Baugebiet deshalb in einem zweiten Bauabschnitt erweitern. Ins Visier genommen wurde schon früh das ehemalige Holstein-Gelände an der Franzstraße, das an den Volkspark grenzt. Der Rat beschloss im Oktober 2015 die Aufstellung eines Bebauungsplans. Im ersten Halbjahr dieses Jahres erarbeiteten die Stadtplaner erste Entwürfe, wie die Bebauung dort zukünftig aussehen könnte. Ob die Pläne tatsächlich umgesetzt werden können, steht jedoch nicht fest: Ein Investor möchte dort einen Lebensmitteldiscounter mit etwa 800 Quadratmetern Verkaufsfläche errichten. Nachdem die Stadt ihm die Baugenehmigung versagt hatte, klagte er auf die Zulässigkeit seines Vorhabens beim Verwaltungsgericht Düsseldorf. Eine Entscheidung liegt noch nicht vor.

"Es gab bislang vor dem Verwaltungsgericht eine erstinstanzliche Entscheidung, die uns Recht gab", erklärte gestern Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt auf Anfrage unserer Zeitung. "Die Gegenseite hat dagegen Berufung eingelegt." Allerdings hat das Oberverwaltungsgericht noch nicht entschieden, ob eine Berufung zugelassen wird. Landscheidt geht davon aus, dass es eine Verständigung mit dem Investor geben wird, bei dem es sich laut Stadt um Aldi handelt. Die Verwaltung erließ im Herbst vergangenen Jahres mit Zustimmung des Stadtrates eine Veränderungssperre. "Nicht, um etwas zu verhindern", wie Landscheidt gestern erklärte. Ziel war es, die angestrebte Erweiterung des Wohngebietes am Volkspark langfristig sicherstellen zu können. Die Ansiedlung eines Discounters an der Franzstraße stehe auch dem entwickelten Nahversorgungs- und Zentrenkonzept der Stadt entgegen. "Mit der Ansiedlung von Netto an der Moerser Straße und einer neuen Nahversorgung am Alten Markt in der Altsiedlung ist der Plan erfüllt", erläuterte der Bürgermeister gestern die städtischen Planungen für dieses Gebiet.

In Sachen Ansiedlung eines Nahversorgers am alten Markt sei man, so Landscheidt, in guten Gesprächen mit Rewe. "Es geht hier noch um Detailfragen." Auch mit dem Investor, der auf dem ehemaligen Holstein-Gelände ein Lebensmitteldiscounter errichten will, seien Gespräche geführt worden. Im Herbst 2015 hatte die Verwaltung in einer Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses berichtet, dass man dem Investor ein Angebot für einen alternativen Standort in zentraler Lage gemacht habe. Der Investor habe aber an seinem Vorhaben und seinen Plänen festgehalten, hieß es.

Die städtischen Entwürfe, wie das ehemalige Holstein-Gelände künftig aussehen könnte, waren im Rahmen einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung im Rathaus einzusehen. "Wir haben natürlich die Eigentümer-Belange in unsere Planungen miteinbezogen und waren mit Holstein in Gesprächen", betonte gestern Planungsamtsleiterin Monika Fraling auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Besonderheit des neuen Baugebiets "Wohnen am Volkspark" ist ein Gestaltungshandbuch, mit dem die Stadt über Fassadenmaterialien, Dachformen und Einfriedungen informierte und in dieser Konsequenz erstmalig für eines ihrer Baugebiete festgelegt hatte.

Quelle: RP
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