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Kamp-Lintfort
Vom Klosterberg schallt Rockmusik

Kamp-Lintfort. "Rock im Zelt" ist der Besuchermagnet bei der dreitägigen Kamper Kirmes, selbst wenn für die Bruderschaft die Krönungszeremonie in Mittelpunkt steht. Susanne op de Hipt als Schützenkönigin inthronisiert. Von Peter Gottschlich

"Rock im Zelt" ist der Höhepunkt der Kamper Kirmes, zumindest für die Besucher. Am Freitagabend pilgerten 850 Fans von auf den heiligen Berg. Sie wurden nicht enttäuscht.

Die Gruppe Ablazed zeigte, warum sie als Coverband aus Helmstedt in der ganzen Bundesrepublik unterwegs ist, um Rockfans in Zelten mitfiebern zu lassen. Die Gruppe spielte Titel großer Rockbands nach, die sie immer mit einer eigenen klanglichen Note versah. Zum Beispiel gab sie "Gimme Shelter" von den Rolling Stones, "Burn to run" von Bruce Spingsteen, "With or without you" von U2, "Verdammt lang her" von BAP oder "Mit 18" von Marius Müller- Westernhagen zum Besten. Auch wenn einige Rockfans es etwas "metallischer" und lauter gewünscht hätten, kam der Sound der vier "Lodernden", wie Ablazed übersetzt werden kann, gut an. Schließlich boten sie nicht nur drei Stunden Musik, sondern banden die Rockfans auch immer wieder in ihre Schau ein. Das war leicht, weil schon die Vorband Käpt'n Moby sie heiß gemacht hatte, die zwischen 20 und 60 Jahren alt waren. Die Band aus Duisburg, die in den letzten beiden Jahren auch über diese Stadt hinaus bekannt wurde, hatte eigene poppig-rockige Songs vorgestellt, etwa "Vergaßen uns zu lieben".

Traditioneller Höhepunkt der Kamper Kirmes - nicht nur für die Mitglieder der St. Josef Schützenbruderschaft Kloster Kamp und der St. Johannes Nepomuk Bruderschaft Alt-Lintfort - ist und bleibt die Inthronisation. Denn hier wird der König oder die Königin inthronisiert, wie vor zwei Jahren Ingrid Pittgens und am Samstag Susanne op de Hipt für die Kamper Bruderschaft. "Seitdem ich Brudermeister bin, werden nur noch Frauen Könige", meinte Brudermeister Ludwig Kathage am Samstagabend schmunzelnd.

Dabei war es diesmal Zufall gewesen. Susanne op de Hipt, die zusammen mit ihrem Mann Heiner op de Hipt das gleichnamige Pflanzencenter zwischen Kamp und Rheurdt führt, war erst beim Adventsmarkt 2014 der Kamper Bruderschaft beigetreten. Der Kontakt war über den Markt geknüpft worden, der von der Bruderschaft organisiert wird.

Vor fünf Wochen hatte sie auf den Vogel geschossen, den sie mit dem 254. Bolzen von der Stange geholt hatte. Allerdings hatte sie sich die Option offengehalten, nur Tageskönigin zu werden. Doch schnell entschied sich die 51-jährige Kamperin, für zwei Jahre die Bruderschaft zu repräsentieren. Als Minister wählte sie Winfried Schendera und Michael Ingenhaag-Hornen. Heiner op de Hipt ist König. Dazu wird das neue Königspaar neben den Ministerpaaren von neun weiteren Thronpaaren begleitet.

Am Samstagabend erhielt Susannen op de Hipt vor der Abteikirche das Schützensilber. Zu Ehren des neuen Königpaares gab es ein Fahnenschwenken. Pastoralreferent Christoph Kämmerling wies vor 200 Schützen und Gästen darauf hin, welch wichtige Aufgabe das neue Königspaar habe, das den Glauben und die Gemeinschaft repräsentiere.

Nach der Krönungsmesse feierte das neue Königspaar den Krönungsball im Festzelt. Gestern luden die Bruderschaften zum Familienfest ein. Für Kinder und Jugendliche boten sie Spiele und Mitmachaktionen wie Pfeilwerfen oder Laserschießen an. Während die Kinder spielten, konnten sich die Erwachsenen bei Kaffee und Kuchen unterhalten.

Quelle: RP
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