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Kamp-Lintfort
Von einer Reise in das "Land des Glücks"

Kamp-Lintfort: Von einer Reise in das "Land des Glücks"
Ein ganzes Fotoalbum voller Reise-Erinnerungen. Bhutan war das Traumziel des Kamp-Lintforter Ehepaars. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Gunter und Ingeborg Reichwein lernten in Kamp-Lintfort eine junge Bhutanerin kennen, die an der Hochschule Rhein-Waal Energie und Umwelt studiert hatte. Ein Wiedersehen gab es auf einer Reise in das südasiatische Land. Von Anja Katzke

Fast hätten sie sich nie kennengelernt: die Reichweins aus Kamp-Lintfort und die Studentin Dechen aus Bhutan. "Wir haben sie zwei Tage vor ihrer Rückreise in ihre Heimat zum ersten Mal getroffen", erzählt Gunter Reichwein. Die Bhutanerin hatte Energie und Umwelt an der Hochschule Rhein-Waal studiert. Der Kontakt kam über einen Freund zustande, der vom großen Reisetraum der Reichweins wusste: Bhutan. Seit einer Reise nach Nepal war dieses Land in Südasien das Ziel. "Damals erzählte man uns, dass es noch ein anderes Land wie Nepal gebe - nur toller", erzählt das Ehepaar. Die Regierung Bhutans verfolgt aber eine spezielle Visapolitik. Die Einreise ist normalerweise in Touristengruppen oder als Gast der Regierung möglich. Zu buchen sind Reisen nur über eines der registrierten Reiseunternehmen Bhutans. Dechen, die während des Studiums in Kamp-Lintfort im Haus des Freundes wohnte, wusste Rat: Sie lud die Reichweins ein.

Ingeborg und Gunter Reichwein besuchten mit Dechen, die in Kamp-Lintfort an der Fakultät Kommunikation und Umwelt der Hochschule Rhein-Waal studiert hatte, auch buddhistische Klöster. Hier stehen sie vor einer Gebetsmühle. FOTO: Gunter Reichwein

Die Reise organisierte schließlich Dechens Mutter: "Und als wir in Bhutan ankamen, wurden wir am Flughafen nicht nur von Dechen, sondern auch von ihren Eltern, den Brüdern und dem Opa liebevoll in Empfang genommen", erzählen Ingeborg und Gunter Reichwein und sind beeindruckt und begeistert von der Gastfreundschaft in dem Land, in dem das Glück der Bürger am wichtigsten gibt. "Der Vater des jetzigen Königs hat das Brutto-National-Glück eingeführt", betont Ingeborg Reichwein. Die Familie hatte ein Reise-Programm für die Besucher ausgearbeitet. "Die Mutter möchte eine Reiseagentur eröffnen", erklärt der Kamp-Lintforter. Die Reichweins lernten auf ihrer Reise nicht nur viele Bhutaner kennen. Sie entdeckten Gebetsmühlen in einem buddhistischen Kloster, besuchten das berühmte Tigernest-Kloster auf einer Höhe von mehr als 3000 Metern. Sie waren sogar bei einem Fußballspiel im Stadion dabei. "Es war die WM-Qualifikation zwischen Bhutan und die Malediven. Die Bhutaner lieben Fußball." Die Reichweins trugen die Trikots der Nationalmannschaft.

Durch den Familienanschluss erfuhr das Ehepaar viel über Land und Leute. Besonders beeindruckt ist es von dem Bemühen Bhutans, trotz der Öffnung zum Westen seine kulturelle Identität zu bewahren - was sich nicht nur in der Kleidung und in der Architektur widerspiegele. "Alles ist im traditionellen Stil erbaut. Es gibt keine Wolkenkratzer", sagt Gunter Reichwein und weiß eine weitere Anekdote darüber zu erzählen, dass es in Bhutan keine Ampeln gebe. "Es stand wohl mal eine, aber die wurde ganz schnell abgeschafft. Jetzt regeln Polizisten wieder den Verkehr." Bhutan lebe zwar auch vom Tourismus. "Man achtet aber darauf, dass das Land nicht überschwemmt wird."

Der Kontakt zu Dechen brach nach der Rückkehr nicht ab. "Wir sprechen regelmäßig über Skype", erzählt Gunter Reichwein. Für ihn ist die Begegnung mit Dechen ein Zeichen dafür, dass Kamp-Lintfort sich glücklich schätzen darf, eine Hochschule zu haben, an der so viele unterschiedliche Nationalitäten studieren. Wer mehr über die Bhutan-Reise erfahren möchte, kann sich per E-Mail an die Reichweins wenden: ingurei@unitybox.de.

Quelle: RP
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