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Kamp-Lintfort
Vorfall in Realschule: Eltern reagieren schockiert

Kamp-Lintfort: Vorfall in Realschule: Eltern reagieren schockiert
Europa- und Realschule teilen sich ein Gebäude. Daran angeschlossen sind auch die Turnhallen, in denen sich die Kinder entblößt haben sollen. FOTO: Reichwein
Kamp-Lintfort. Die Eltern, die am Donnerstagmittag um 13.15 Uhr an der Europaschule warten, um ihre Kinder vorzeitig vom Unterricht abzuholen, sind schockiert. "Es ist nicht vorstellbar", sagt eine Mutter mit Blick auf den kommissarischen Schulleiter der Realschule, der zwei Kinder der Europaschule genötigt haben soll, sich auszuziehen, weil er einen Diebstahl vermutet hatte. Eine andere Mutter, die auch nicht namentlich genannt werden will, sagt nur: "Entsetzlich."

Beide haben am Mittwochnachmittag von der Tat erfahren, in der die Staatsanwaltschaft ermittelt. Kurz nachdem der überregionale RP-Artikel über die Vorfälle gegen 16 Uhr ins Internet gestellt worden war, klickten sie diesen an und verschickten ihn weiter an Bekannte. "Die Information verbreitete sich wie ein Lauffeuer in Windeseile", sagt die erste Mutter.

Ähnlich schnell wie am Mittwoch scheint sich die Information an dem Tag vor den Osterferien verbreitet zu haben, als der Schulleiter der Realschule die zwei Kinder der Europaschule in der Umkleidekabine sah und sie anschließend zum Ausziehen genötigt haben soll. Allerdings war dieser Kreis kleiner. "Die Kinder haben abends mit ihren Eltern gesprochen, als sie nach Hause gekommen sind", berichtet Europaschulleiterin Barbara Mennekes. "Um 20 Uhr haben die Eltern telefonisch Kontakt zu ihrem Klassenlehrer aufgenommen. Um 21 Uhr hat der Klassenlehrer mich angerufen, um den Vorgang zu besprechen. Um 22 Uhr habe ich mit dem zuständigen Fachdezernenten telefoniert und ihn informiert. Wir haben nichts zu vertuschen."

Die Schulleiterin will nicht Öl ins Feuer gießen. Sie äußert sich nicht zum Schulleiter, der die auslaufende Realschule mit zwei neunten und zwei zehnten Schulklassen leitet, wie eine weitere Realschule in einer benachbarten Gemeinde. Sie gibt auch keinen weiteren Details preis, die sie vom Tag vor den Osterferien kennt, solange das Verfahren läuft. Nur eines sagt sie: "Die Berichterstattung im WDR-Fernsehen war Boulevard. Wir machen alles für die Kinder. Beratung der Eltern und Schutz der Kinder genießen oberste Priorität. Das wurde im WDR leider ganz anders dargestellt. Außerdem wurden Realschule und Europaschule durcheinandergeworfen. Das ist schade für die Arbeit, die die Kollegen leisten."

(got)
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