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Kamp-Lintfort
VRR: Grünes Licht für Niederrheinbahn

Kamp-Lintfort. In den nächsten Tagen werden die Planungen für eine Bahntrasse von Moers nach Kamp-Lintfort beginnen. Zur Landesgartenschau 2020 soll ein Pendelverkehr eingerichtet werden. Die Fertigstellung erfolgt erst später. Von Jürgen Stock

/ Moers Den 26. Oktober 2016 werden Christoph Landscheidt und René Schneider wohl ähnlich intensiv in Erinnerung halten wie den 3. November 2015. Damals erhielten der Kamp-Lintforter Bürgermeister und der SPD- Landtagsabgeordnete in Düsseldorf den Bescheid, dass Kamp-Lintfort Ausrichter der Landesgartenschau 2020 sein wird. In dieser Woche gab es das Sahnehäubchen obendrauf: Kamp-Lintfort wird rechtzeitig zur Landesgartenschau einen eigenen Bahnanschluss bekommen. Das teilte Martin Husmann, Vorsitzender des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr den beiden Politikern vom Niederrhein am Mittwoch in Gelsenkirchen mit.

"Unsere Hartnäckigkeit und unsere jahrelangen Bemühungen haben sich gelohnt. Das ist eine tolle Nachricht für die gesamte Region", sagte Landscheidt. Ähnlich Schneider: "Kamp-Lintfort ist die zweitgrößte Stadt in Deutschland, die keinen Bahnanschluss hat, obwohl sie Hochschulstandort ist. Diese Zeit ist nun zum Glück bald zu Ende."

Die Pläne, die nun auf die Schiene gesetzt werden sollen, folgen im Wesentlichen einer Machbarkeitsstudie, die das Planungsbüro Rödel und Pachan im Jahre 2011 erstellt hatte. Demnach soll von der bestehenden Niederrheinbahn-Trasse von Duisburg bis Xanten in Höhe des Bahnhofs Rheinkamp ein Gleis entlang der bestehenden Zechenbahntrasse auf das Gelände der ehemaligen Schachtanlage West führen. Zur Landesgartenschau wird die Trasse aber nur bis zur Kattenstraße führen. Das restliche Stück mit einer Länge von 1,3 Kilometer soll erst nach der Beendigung der Landesgartenschau bis in die Lintforter City zu einem Endbahnhof durchgezogen werden.

Da das komplette Projekt aber laut Mitteilung des VRR nicht bis zum Jahre 2020 zu realisieren sei, werden die Planer zunächst einmal die Voraussetzungen für einen sogenannten Pendelbetrieb schaffen, damit Besucher ab Moers auch bis zum Landesgartenschaugelände mit der Bahn bis zum Haltepunkt Kattenstraße nach Kamp-Lintfort weiterfahren können. Erst nach Beendigung der Landesgartenschau soll so schnell wie möglich der Regelbetrieb aufgenommen werden.

Eine formelle Entscheidung für die Trasse nach Kamp-Lintfort muss der Landtag im Rahmen der Verabschiedung des ÖPNV-Gesetzes fällen. Da die Dringlichkeit des Projekts unter den Fraktionen als unbestritten gilt, war zuletzt die Finanzierung des Projektes das größte Problem. Nachdem ursprünglich einmal acht Millionen Euro als Investitionssumme genannt worden war, rechnet der VRR inzwischen mit zehn Millionen Euro. Werde die Strecke komplett elektrifiziert, könnten noch einmal fünf bis zehn Millionen Euro hinzukommen.

Umso größer war die Freude jetzt in Kamp-Lintfort: "Im Zuge der Erhöhung und Umverteilung der Regionalisierungsmittel konnten wir gemeinsam mit Verkehrsminister Michael Groschek auf Landesebene erreichen, dass dem Verkehrsverbund in den nächsten Jahren ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stehen, um den Betrieb und die Infrastruktur der Bahnstrecke zu finanzieren", unterstrich Schneider.

Als Betreiber ist die Nordwest-Bahn vorgesehen, die auch den Zugverkehr auf der Strecke Moers-Xanten unterhält. Die neue Bahntrasse wird zwei Haltepunkte bekommen, die auf Moerser Gebiet liegen: in Utfort-Eick und an der Halde Pattberg in Repelen. Entsprechend positiv die Reaktionen aus Moers. So hofft Ibrahim Yetim (SPD), stellvertretender Moerser Bürgermeister und Landtagsabgeordneter, dass die neue Strecke helfen werde, die Autobahnen zu entlasten. "Ich freue mich für Moers. Von der neuen Trasse wird vor allem der Moerser Norden profitieren. Utfort ist innerhalb der Stadt ein Zuzugsgebiet. Ein Bahnanschluss könnte manchen zusätzlich bewegen, dorthin zu ziehen."

Quelle: RP
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