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Kamp-Lintfort/Issum
Wenn das Tanzen zur Leidenschaft wird

Kamp-Lintfort/Issum: Wenn das Tanzen zur Leidenschaft wird
In der ersten Runde musste jedes Paar zwei Minuten lang den langsamen Walzer tanzen . FOTO: Seybert
Kamp-Lintfort/Issum. Das Tanzzentrum Niederrhein veranstaltete in Issum das erste gemeinsame Tanzturnier. Von Julia Schäfer

Das Parkett im Issumer Bürgersaal wurde von 19 leidenschaftlichen Tanzpaaren zum Glühen gebracht. Fünf Mannschaften aus ganz NRW traten an, um auf dem Tanzturnier des TZ Niederrhein den Wanderpokal zu erobern. Das Tanzturnier in Issum fand dieses Jahr zum sechsten Mal statt, jedoch gab es dieses Jahr eine entscheidende Änderung: "Der TSC Issum Sevelen und der TC Kamp-Lintfort haben sich vor kurzem zum Tanzzentrum Niederrhein zusammengeschlossen", so Pressewartin Elke Mattheus-Staack. ,,Somit ist dies das erste Turnier, das vom TZ Niederrhein veranstaltet wird."

Um 14 Uhr begann die Veranstaltung mit einer Begrüßung durch den Moderator Peter Brockmann. Die Paare liefen unter großem Applaus der rund 50 Zuschauer ein und wurden einzeln vorgestellt. Danach begann die erste Runde, in der jedes Paar zwei Minuten lang den langsamen Walzer tanzen musste. Dabei wurden sie von den Wertungsrichtern gründlich unter die Lupe genommen. Besonders wichtig ist es den Richtern, wie sich die Teilnehmer als Paar präsentieren. Sie müssen aufrecht und gestreckt tanzen, zum Beispiel müssen die Arme der Partner parallel sein. Es wird auf die Fußarbeit und viele andere Feinheiten geachtet.

Johannes (61) und Erika Koppers (59) vom TZ Niederrhein tanzen seit 1989 zusammen und nehmen seit 2010 an Turnieren teil. Dafür bereiten sie und ihre Mannschaft sich einmal pro Woche mit einem Trainer vor. ,,Wir tanzen pro Jahr ungefähr sechs Turniere. Jedes Mal werden wir routinierter, aber eine gewisse Aufregung ist natürlich immer vorhanden."

Während die meisten Teilnehmer bereits Turniererfahrung hatten, erlebten Sarah Gethmann (27) und Kristof Hoppen (31) am Sonntag ihr erstes Turnier überhaupt. ,,Für uns ist diese Erfahrung aufregend und überwältigend", sagten sie. Für Kristof ist es die Mischung aus geistiger und körperlicher Beanspruchung, die ihn am Tanzen fasziniert: ,,Man macht gleichzeitig Sport und muss sich unglaublich stark konzentrieren." Auf dem Turnier musste jedes Paar fünf unterschiedliche Tanzstile zeigen. Tango, Quickstep und der langsame Walzer sind Pflicht, die zwei anderen Tänze dürfen sich die Teilnehmer selbst aussuchen. Johannes und Erika Koppers entschieden sich für den Wiener Walzer und Pasodoble als ihre Wahltänze. ,,Das Besondere am Pasodoble ist, dass die Bewegungen an den Stierkampf angelehnt sind", sagte Johannes Koppers. Obwohl die Teilnehmer den Wettbewerbsdruck des Turnieres spürten, hatten sie vor allem jede Menge Spaß an ihrem Sport. Die Teilnehmer beklatschten und bejubelten die Tänze der anderen und feuerten ihre Mannschaften an. Dieser Teamgeist begeistert Johannes und Erika Koppers am meisten am Mannschaftstanzen. ,,Wir üben zusammen, gehen zusammen zu Turnieren und unternehmen auch privat schöne Dinge miteinander."

Rumba, Walzer, Cha-Cha-Cha, Tango und Discofox - auf dem Turnier wurde alle zwei Minuten zwischen schnellen, langsamen, traditionellen und modernen Tänzen gewechselt. Das Publikum konnte so einen Einblick in die Welt des Paartanzes bekommen und wurde begeistert von der guten Laune und Leidenschaft der Tänzer.

Nach einem spannenden Turniertag nahm schließlich die Mannschaft vom Boston Club Düsseldorf den Pokal mit nach Hause. Nur ganz dicht dahinter lag der Gastgeber TZ Niederrhein, der mit lediglich 1,5 Punkten Abstand den zweiten Platz belegte.

Quelle: RP
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