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Kamp-Lintfort
Werke von Dirk Salz stehen im Kunstschaufenster

Kamp-Lintfort. Die Ausstellung mit Arbeiten des Künstlers ist bis zum 10. Juni in der Galerie Schürmann in Kamp-Lintfort zu sehen. Von Peter Gottschlich

Die Betrachter "können sich in die Bilder reinsacken" lassen. So beschreibt Dirk Salz die Faszination, die von seinen Arbeiten ausgeht. "Die Bilder sind kontemplativ und rufen ein Gefühl hervor." 30 davon sind bis zum 10. Juni in der Galerie Schürmann beim 34. Kunstschaufenster zu sehen. "Infinite" nennt der Künstler seine Ausstellung. Schließlich ist die Unendlichkeit das Thema seiner Werke, das Sein zwischen Beginn und Ende. Dieses Sein hat viele Schichten. Diese zeichnet der einstige Bergbaustudent nach, der erst über Umwege 2002 mit 40 Jahren zur "Malerei mit dem Spachtel" fand.

Zwischen 15 bis 20 Schichten Epoxid- und Polyurethanharz trägt er auf seine Rahmen auf, die meistens aus einem Holzverbundstoff bestehen. Jede Schicht aus "Kunst-Stoff", der sonst auf Fußböden von Coca-Cola- oder Mayonnaise-Abfüllanlagen ausgerollt wird, versieht er mit Farbe, am besten jede mit gleichviel Pigment. Die Betrachter können nicht mehr erkennen, welche Schicht zuerst da war und welche zuletzt. Sie werden von den Bildern gereizt, zum Beispiel wenn Rechtecke nach vorne treten und wieder zurück, je nachdem von welcher Seite und mit welchem Licht sie sich nähern. "Die Augen versuchen, Grenzen zu ziehen, die nicht da sind", beschreibt der Künstler aus Bochum diesen Reiz. "Es ist ein Spiel zwischen Komposition und Reflexion."

Irritation und Verwirrung seien gewollt, sagt der Künstler. Bereits 2012 und 2014 stellte er in der Galerie in der Fußgängerzone der Moerser Straße aus, allerdings ganz andere Arbeiten als diesmal. "Das Werk ändert sich", sagt er. "Das Material hat unendlich viele Möglichkeiten." Eine davon lotet er zurzeit in seinem Atelier in Bochum aus. Wie bei einem Spion an einer Haustür, experimentiert er mit Bildern, die nur den Blick von einer Seite zulassen und von der anderen verspiegelt sind. Dabei ändert sich für die Betrachter das, was sie sehen, nicht nur mit dem Blickwinkel und der Entfernung, sondern zusätzlich mit dem einfallenden Licht.

Das Kunstschaufenster ist bis zum 10. Juni in der Galerie Schürmann, Moerser Straße 252, zu sehen.

Quelle: RP
 
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