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Kamp-Lintfort
"WieDuMir": 15 Jahre Hilfe mit Herz

Kamp-Lintfort. Die Freiwilligenzentrale bietet Dienste für Hilfebedürftige an. Der Verein sucht weitere Ehrenamtliche, die ältere Menschen zum Beispiel beim Einkaufen begleiten oder sich einfach mit ihnen unterhalten. Von Peter Gottschlich

Helga Müller (Name geändert) ist gerade in eine seniorengerechte Wohnung im Geisbruch gezogen. Die 67-jährige Kamp-Lintforterin sucht jemanden, der ihr einen neuen Schrank zusammenbaut, den sie sich in Einzelteilen hat liefern lassen. Uwe Lietzau notiert ihren Wunsch auf einem Block. "In der nächsten Woche erhalten sie einen Anruf", verspricht der Vorsitzende der Freiwilligenzentrale "WieDuMir".

Die Rentnerin ist froh, in der Freiwilligenzentrale im Rathaus jemanden vermittelt zu bekommen, der den Schrank für sie montiert. "Ich könnte auch etwas anbieten", bemerkt sie. "Ich könnte beim Einkaufen helfen oder im Haushalt. Ich könnte kleinere Gartenarbeiten übernehmen. Oder mich einfach mit jemandem unterhalten."

560 Einsätze vermittelte die Freiwilligenzentrale "WieDuMir" im Jahr 2016. Diese dauern maximal zwei Stunden. Sie sind also nicht auf längere Dauer angelegt, so wie die Einsätze, die von der neuen Koordinierungsstelle für das Ehrenamt, die zurzeit von der Stadtverwaltung aufgebaut wird, vermittelt werden.

"Bei unserem Hilfsangebot unterscheiden wir zwischen einem Besuchsdienst und Begleitdienst", erläutert Uwe Lietzau. "Der Besuchsdienst umfasst alle Tätigkeiten im häuslichen Umfeld. Das Spektrum ist vielfältig, angefangen bei kleinen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten über Gesellschaft bis zur Gartenpflege." Im Begleitdienst ermöglichen Helfende Hilfesuchenden zum Beispiel einen Arztbesuch, einen Spaziergang oder einen Ausflug. "Helfen mit Herz" lautet das Motto der Freiwilligenzentrale "WieDuMir".

Ein Entgelt bekommen die Helfenden nicht, sondern nur drei Euro Fahrtgeld von denen, die Hilfe in Anspruch nehmen. Außerdem erhält der Verein einen Euro als Verwaltungsgebühr. Davon lebt "WieDuMir" - wie von den zehn Euro Jahresbeitrag, den sowohl die Helfenden als auch die Hilfesuchenden zu zahlen haben. Durch die Beiträge kann der Verein alle Mitglieder mit Unfall- und Haftpflicht versichern. "Zurzeit sind es 230 Mitglieder", sagt Lietzau. Der 56-jährige gelernte Kinderheimerzieher, der Anfang 2002 zu den Mitgründern der Kamp-Lintforter Selbsthilfezentrale gehörte, sucht weitere Kamp-Lintforter, die bei "WieDuMir" mithelfen möchten. "Zurzeit sind wir 20 bis 30 aktive Helfer", erzählt er. "Es könnten mehr sein. Alle Helfer nehmen ein Lächeln mit nach Hause. Das kann mehr wert sein als Geld."

Quelle: RP
 
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