| 00.00 Uhr

Kamp-Lintfort
Wilder Westen im Caritas-Haus St. Josef

Kamp-Lintfort: Wilder Westen im Caritas-Haus St. Josef
Gemeinsam feierten die Generationen beim Sommerfest im Seniorenzentrum St. Josef. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Cowboys und Saloon-Girls dominierten beim Sommerfest des Seniorenzentrum St. Josef. 700 Besucher kamen. Viel warfen auch einen Blick in hinter die Kulissen des Hauses, in dem demenzkranke Menschen leben. Von Peter Gottschlich

Matthias Labza hatte Cowboystiefel angezogen, einen Poncho um seine Schulter gehängt und einen schwarzen Cowboyhut auf den Kopf gesetzt - so wie der Schauspieler Clint Eastwood als "Der Blonde" im Spaghetti-Western "Zwei glorreiche Halunken". Labzas Colt hing locker am Gürtel. Und hätte er noch auf einem Zigarillostummel herumgekaut, wie Eastwood in dem Sergio-Leone-Klassiker von 1966, wäre er dem Darsteller tatsächlich zum Verwechseln ähnlich gewesen. "Gut erkannt", schmunzelte der Leiter des Caritas-Hauses St. Josef, wenn er auf sein Filmvorbild angesprochen wurde.

Wie fast alle männlichen Mitarbeiter und Bewohner des Caritas-Seniorenzentrums, hatte Labza sich in einen Cowboy verwandelt, während die Mitarbeiterinnen zu Saloon-Girls mutiert waren. Die Einrichtung für Demenzkranke, die neben Wellings Parkhotel an der Moerser Straße liegt, hatte ihr Sommerfest unter das Motto "Wild Wild West" gestellt. Jedes Sommerfest hat dort ein Motto, zuletzt vor zwei Jahren lautete es "Wilde 50er Jahre".

Die ganze Feier orientierte sich thematisch am Wilden Westen. Zum Beispiel zeigten die "Funny Dolphin Twirlers" auf der Bühne Square Dance, also Westerntanz. Die Gruppe Maverick spielte Country-Musik. Einige der "Cowboys" standen beim Männerballett als Saloon-Girls auf der Bühne - und wurden mit Applaus und Zugabe-Rufen förmlich überschüttet.

Die Besucher konnten Gerichte essen, die als typisch für den Wilden Westen gelten, etwa Chili con Carne. Es gab eine Whiskey-Bar, und wer wollte, konnte sich in einen von Pferden gezogenen Planwagen setzen und die "Prärie" zwischen Eyller Straße, Mittelstraße und Moerser Straße erkunden.

Das Fest bot auch Gelegenheit, das Haus bei Führungen näher kennenzulernen. "Wir haben 88 Zimmer und Bewohner", erzählte Saloon-Girl Diana Reim, die im Alltag Pflegedienstleiterin im Seniorenzentrum St. Josef ist. "Unser Schwerpunkt ist die Demenz. Jeweils zehn Bewohner leben wie in einer großen Wohngemeinschaft zusammen. Sie kochen, essen und spielen gemeinsam." Die Zimmer und die gemeinsamen Bereiche sind wohnlich eingerichtet, zum Beispiel mit persönlichen Bildern. Die Besucher konnten auch in den Sinnesgarten gehen, der Gelegenheit zu Bewegung bietet und mit Blumendüften die Sinne anregt.

"Das Sommerfest ist gleichzeitig ein Tag der Offenen Tür und ein kleines Stadtteilfest", sagte Hans-Peter Niedzwiedz, Mitglied des Caritas-Rates ist, des Aufsichtsrates des Caritas-Verbandes Moers-Xanten. Viele Menschen scheuen den Kontakt zu Seniorenzentren und ähnlichen Einrichtungen. Die Feste tragen dazu bei, Berührungsängste abzubauen. Bei solchen Anlässen besuchen auch Menschen das Haus, die sonst eher nicht kommen würden. 600 bis 700 Gäste seien dagewesen, schätzte Haus-Leiter Matthias Labza.

Die Besucher konnten kostenlos essen und trinken, das Bühnenprogramm verfolgen und sich unterhalten. "Wir vertrauen darauf, dass Spenden einen Teil der Kosten decken", sagte Labza. Er organisierte das Wild-West-Fest federführend. Eingebunden waren die Tagespflege St. Paulus und die Sozialstation Kamp-Lintfort.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kamp-Lintfort: Wilder Westen im Caritas-Haus St. Josef


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.