| 00.00 Uhr

Eine Aktion Der Volksbank Niederrhein Und Der Rheinischen Post Zuhause Unterwegs
Wo der Himmel die Erde berührt

Moers. Das Kloster Kamp in Kamp-Lintfort ist ein Ort, der Ruhe und Erbauung verspricht. Die Zeit scheint langsamer zu vergehen. Von Anja Katzke

Kamp-Lintfort "Kloster Kamp ist der Ort, wo Himmel und Erde sich begegnen", sagt Peter Hahnen. Und irgendwie ist es genauso, wie es der Leiter des Geistlichen und Kulturellen Zentrums beschreibt: Sobald die B 510 in Richtung Kamp überquert ist, ändert sich das Stadtbild Kamp-Lintforts kolossal. Es wird idyllisch. Mit der Einfahrt nach links in die Klosterstraße ist es fast so, als befände man sich in einer ganz anderen Welt, die ein bisschen mehr Muße, Ruhe und Erbauung verspricht.

Das von den Zisterziensern 1123 gegründete Kloster prägt seit Jahrhunderten das Leben auf dem Kamper Berg, auf dem es erbaut wurde. Es war das erste Zisterzienser-Kloster im deutschsprachigen Raum. Von Kamp aus gegründeten die Mönche zahlreiche Töchter- und Enkelklöster. Unter französischer Herrschaft wurde das Kloster 1802 säkularisiert. Von 1954 bis 2002 lebten und wirkten die Karmeliter auf dem Kamper Berg. Als auch ihre Zeit vorüber war, gründete sich ein kleiner Trägerverein aus nur neun engagierten Privatleuten - mit dem Ziel, das Kleinod mit seiner Abteikirche zu erhalten. So entstand ab 2003 das Geistliche und Kulturelle Zentrum Kloster Kamp. Getragen wird es heute durch das Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer.

Sie sind Gästeführer zum Beispiel, betreuen Klosterladen und Klostercafé, das im früheren Refektorium der Mönche eingerichtet ist. Dort gibt es keine Speisekarte und keine festen Preise. Die Gäste geben so viel, wie sie meinen, dass ihnen der Besuch wert war. Im Klosterladen gibt es nicht nur eine Auswahl an Segens- und Grußkarten, sondern auch leckere Mitbringsel wie Klosterliköre, Honigprodukte und das Kamper Rübenkraut. Die Angebote, die das Zentrum seinen Besuchern macht, sind vielfältig. Sie reichen von Segensandachten, der Klostervesper, Meditationen und Besinnungstagen bis zu geistlichen und kulturhistorischen Führungen sowie Konzerten, Lesungen und Vorträgen. Kamp ist zwar nur ein kleiner Stadtteil Kamp-Lintforts, aber es gibt auf dem Berg viel zu entdecken, zu sehen und zu erleben.

Zeit sollte man für einen Besuch auf jeden Fall mitbringen - für Kultur, Natur, Spirituelles und geistige Erbauung. Der Rundgang könnte in der Abteikirche starten. Der erste Bau wird auf etwa 1150 datiert. Das mittelalterliche Gebäude ist aber nicht mehr erhalten. Im 16. Jahrhundert wurde es fast vollständig zerstört. Der Wiederaufbau der Abteikirche begann um 1683. Wissenswertes über die jahrhundertealte Geschichte des Zisterzienser-Ordens und des Kloster Kamps erfahren Besucher im Museum, das gegenüber im ehemaligen Agatha-Stift eingerichtet ist. Es wurde 1987 gegründet und 2005 grundlegend umgestaltet. Ausgestellt sind zum Beispiel der Kamper Stammbaum, ein Gemälde, das die Ausbreitung der Tochterklöster in Europa beschreibt, und das kostbare Kamper Antependium, ein Altarvorhang aus dem 14. Jahrhundert.

Das Untergeschoss steht Künstlern für regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen zur Verfügung. Ein weiterer Raum für die zeitgenössische Kunst ist im anmutigen Gewölbekeller unter dem Kloster eingerichtet. Dort präsentiert zurzeit der Bildhauer Klaus Becker seine Skulpturen aus Holz. Natur- und Gartenfreunde auf dem Kamper Berg ebenso auf ihre Kosten. Das Gebäude wird von verschiedenen Gärten umrahmt. Das Kloster Kamp gilt nicht ohne Grund als das Sanssouci vom Niederrhein. Der barocke Terrassengarten wird wegen seiner Ähnlichkeit mit der Anlage Sanssouci bei Potsdam gerne so bezeichnet. Die Stadt Kamp-Lintfort ließ von 1986 bis 1990 den damals verfallenen Garten neu aufbauen. Zwei Orangerien laden zum Verweilen ein, in der westlichen finden im Sommer regelmäßig Kunstausstellungen statt. Der Alte Garten erstreckt sich am Osthang des Kamper Berges und wurde vor einigen Jahren rekonstruiert. In einem Glashaus werden archäologische Funde präsentiert. Auch einen Weinberg gibt es dort. Erst vor wenigen Jahren neu angelegt wurde der Kräutergarten, direkt vor dem Eingang ins Kloster. Würz- und Heilkräuter aus der Volksheilkunde sind dort zu entdecken. Ein Expertenteam kümmert um sich den Garten.

Der Kamper Berg ist übrigens im Sommer Austragungsort von zwei Kultur-Höhepunkten, die im jährlichen Wechsel stattfinden: die Kamper Nacht im Terrassengarten mit musiksynchronem Feuerwerk und das Freilichttheater Kamp. Die Burghofbühne Dinslaken führt dort beispielsweise am 16. Juli das Stück "Frühstück bei Tiffany" auf.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Eine Aktion Der Volksbank Niederrhein Und Der Rheinischen Post Zuhause Unterwegs: Wo der Himmel die Erde berührt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.