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Kamp-Lintfort
Zander und Kafka auf Menüplan

Kamp-Lintfort. Katja Stockhausen rezitiert Erzählungen und Gedichte. Tim Isfort begleitet sie.

Gedanklich konstruiert der Ich-Erzähler, wie er sich mit einem schönen Mädchen trifft, das er bittet, mit ihm zu kommen. Nachdem es stumm ablehnt, macht er sich Gedanken, woran das liegen könnte, zum Beispiel daran, dass er nicht männlich genug sei oder nicht weit genug gereist. Dann denkt er darüber nach, warum das Mädchen doch nicht zu ihm passen könnte. Am Ende meint er, es sei doch "besser, alleine nach Hause zu gehen."

Katja Stockhausen rezitierte zum Literarischen Menü Erzählungen und Gedichte, die zwei Dinge gemeinsam hatten. Zum einen drehten sie sich um den Alltagswahnsinn, und zum anderen handelten sie von Gedankenspiele über andere Personen, wie die Erzählung "Die Abweisung" von Franz Kafka. So beleuchtete die Schlosstheater-Schauspielerin mit Joachim Ringelnatz die überkommene Ehre der bürgerlichen Gesellschaft, mit Daniil Charms die Existenzen ohne Seele, mit Robert Gernhardt die Absurditäten der Welt, mit Horst Evers die Seltsamkeiten im Mentalen und mit Haruki Murakami die surreale Wirklichkeit.

90 Zuhörer lauschten ihr am Freitagabend in der Gaststätte "Klosterpforte", während sie von Tim Isfort am Bass begleitet wurde. In den Sprechpausen nahmen sie ein Drei-Gänge-Menü ein. Zunächst ließen sie sich eine Steckrübensuppe schmecken, dann ein Zanderfilet oder einen Hirschkeulenbraten. Das Literarische Menü, zu dem der Verein Lesart eingeladen hatte, versüßten sie zum Abschluss mit Tiramisu und Obst.

(got)
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