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Kamp-Lintfort
Zuschuss für Zentrum Kloster Kamp auf Streichliste

Kamp-Lintfort. Die Spardebatte im Kreistag schwappt über den Rhein: Zentrumsleiter Peter Hahnen fürchtet Zuschuss-Kürzung. Von Anja Katzke

Peter Hahnen, Leiter des Geistlichen und Kulturellen Zentrums Kloster Kamp, erfuhr nur durch einen Zufall, dass im Kreis Wesel erwägt wird, auch seiner Einrichtung den Zuschuss gänzlich zu streichen: "Ich war entsetzt. Es gibt eine entsprechende Beschlussvorlage für den Kulturausschuss", betont der Geschäftsführer. Noch am selben Tag setzte er sich an den PC und schrieb alle 58 Kreistagsabgeordneten an. "Bis heute haben sich nur einige wenige gemeldet."

Der Zuschuss des Kreises Wesel für das Zentrum Kloster Kamp beläuft sich auf 9200 Euro. Das mag im Vergleich zu der Summe, die das Landestheater Burghofbühne nicht mehr bekommen soll, wenig klingen. "Tatsächlich habe ich dadurch 20 Monatslöhne für Minijobber weniger im Etat", rechnet Peter Hahnen hoch. Hintergrund für den Aufruhr im Zentrum Kloster Kamp ist ein gemeinsamer Antrag der Kreistagsfraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen sowie FDP/VWG für die Sitzung des Kulturausschusses am 11. November zur Haushaltskonsolidierung im Kreis Wesel.

Peter Hahnen hat den Eindruck gewonnen, dass nur wenige der Politiker wissen, dass sich das Zentrum in der Trägerschaft eines kleinen Vereins befinden. "Die meisten gehen davon aus, es handele sich um eine Institution des Bistums Münster", betont der Geschäftsführer. In seinem Schreiben an die 58 Kreistagsabgeordneten machte er darauf aufmerksam, dass sich seit Jahren mehr als 80 Ehrenamtliche und zwölf Hauptamtliche dafür engagieren, um in dem früheren Kloster einen gastfreundlichen Ort zu schaffen, den es für die Zukunft zu erhalten gelte. Peter Hahnen hebt außerdem hervor, dass viele der ehrenamtlichen Helfer aus dem gesamten Kreisgebiet kommen.

"Schon der Wegfall der Mittel für die Bürgerarbeit aus dem Europäischen Sozialfond war im Oktober 2014 für uns ein herber Schlag. Folge: zwei weitere Dauerarbeitslose mehr", ärgert sich Hahnen und betont: "Gleichzeitig konnten wir die Besucherzahlen unserer Veranstaltungen wie Einkehrtage, Gästeführungen, Konzerte und Kurse kontinuierlich um mehr als 30 Prozent ausbauen und die Einnahmesituation durch eigene Anstrengungen soweit verbessern, wie es nur ging." Dennoch benötige das Geistliche und Kulturelle Zentrum die finanzielle Unterstützung des Kreises Wesel. "Sie müssen nichts Neues machen, sie müssten nur nichts wegnehmen", fordert er die Politiker in seinem Schreiben auf. Ein Trägerverein aus neun Privatpersonen legte den Grundstein für das neue Leben "auf Kamp". Ihm stehen derzeit Pfarrer Karl Josef Rieger (Vorsitzender), Christoph Müllmann (Stellvertreter) und Albert Pellkofer (Schatzmeister) vor. Seit März 2013 Peter Hahnen ist Leiter des Hauses. Bistum Münster, Stadt Kamp-Lintfort und Kreis Wesel geben Zuschüsse, die den Jahresetat etwa zur Hälfte decken. Die andere Hälfte wird durch Einnahmen aus Laden, Führungen, Gastveranstaltungen und durch Spenden erwirtschaftet. Zu den Einsparvorschlägen im Antrag von CDU, Grünen sowie FDP/VWG gehören unter anderem auch die Kreiskulturtage und der Kulturfonds.

Quelle: RP
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