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Kamp-Lintfort
Zwei Geschäftsführer für Laga-GmbH

Kamp-Lintfort. Der erste Schritt zur Gründung der "Landesgartenschau 2020 GmbH" ist getan: Der Stadtrat hat gestern beschlossen, mit Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege NRW und RAG einen Durchführungsvertrag zu schließen. Von Anja Katzke

Heinrich Sperling bringt Gartenschau-Erfahrung mit. Der Diplom-Ingenieur, der gemeinsam mit Kämmerer Martin Notthoff die Geschäfte der "Landesgartenschau Kamp-Lintfort 2020 GmbH" führen wird, ist ein Experte auf diesem Gebiet. Seit 1980 hat er mehrere Bundes- und Landesgartenschauen begleitet, darunter in Jülich, Leverkusen, Ölde, Zülpich und aktuell Bad Lippspringe. Den kleinen geografischen Fauxpas, Kamp-Lintfort ins Ruhrgebiet anstatt an den Niederrhein zu verorten, löste im Stadtrat gestern zwar ein lautes befindliches Murren aus, wurde dem gebürtigen Essener aber schnell verziehen. Denn Heinrich Sperling, der als Vertreter der Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege Nordrhein-Westfalen, kurz LAGL, in die Geschäftsführung eintritt, versprach, die Kamp-Lintforter bei der Realisierung und Durchführung der Landesgartenschau vor möglichen Fehlern bewahren zu wollen.

Ein wichtiger Schritt zur Gründung der Laga-GmbH wurde gestern vollzogen: Der Stadtrat gab der Verwaltung grünes Licht dafür, mit der LAGL und - in letzter Minute - auch der RAG Montan Immobilien als Eigentümerin des Bergwerksareals einen sogenannten Durchführungsvertrag zu schließen. Erst am Montag hatte die RAG Montan Immobilien signalisiert, mit ins Boot einsteigen und eine aktive Rolle in der Gesellschaft spielen zu wollen zu wollen. "Es hat etwas länger gedauert", erklärte Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt. Zu den Aufgaben der GmbH gehören die Vorbereitung, Durchführung, Abwicklung und der Rückbau der Gartenschau. Mit dem Zuschlag durch das Land habe sich die Stadt Kamp-Lintfort als Ausrichterin der Gartenschau verpflichtet, eine GmbH zu gründen, teilte die Verwaltung mit. In Kamp-Lintfort handelt es sich um eine gemeinnützige. Der Vertrag, der noch zu unterzeichnen ist, regele die Modalitäten zur Gründung der Durchführungsgesellschaft, den Aufbau und die Ausgestaltung. Die Stadt Kamp-Lintfort hält mit 61 Prozent der Anteile die Mehrheit in der Laga-GmbH. Auf die LAGL entfällt ein Drittel der Anteile. Die RAG Montan Immobilien bringt sich mit fünf Prozent in die GmbH ein.

Grünes Licht gab es gestern außerdem für den Gesellschaftsvertrag der zukünftigen Laga-GmbH. Der Aufsichtsrat wird 18 Mitglieder umfassen. Die Stadt entsendet elf und die LAGL sechs Mitglieder. Die RAG Montan Immobilien GmbH ist mit einem Vertreter im Aufsichtsrat eingebunden. Die Stadt entsendet Hans-Günter Schmitz, Barbara Drese, Uwe Schubert und Jürgen Preuß (alle SPD), Werner Illigen und Simon Lisken (CDU), Hans Peter Ribbrock (FDP/FW) und Sidney Lewandowski (Linke) in den Aufsichtsrat. Die Namen der beiden grünen Vertreter standen gestern noch nicht fest. Aufsichtsratsvorsitzender und geborenes Mitglied ist Christoph Landscheidt. Auch der Erste Beigeordneter Christoph Müllmann wird dem Aufsichtsrat der Laga-GmbH angehören. Verabschiedet wurde außerdem die Liste der Stellvertreter im Aufsichtsrat.

Der Stadtrat werde "oberster Wächter" über Aufsichtsrat und Geschäftsführung bleiben. Das betonte der Bürgermeister auf Nachfrage von Johannes Tuschen, Sprecher der Grünen, der sich wohl gesorgt hatte, dass der Rat künftig außen vor bleiben könnte.

Quelle: RP
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