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Stadt Kempen
24 Tage Star Trek nonstop

Stadt Kempen: 24 Tage Star Trek nonstop
Die Urbesetzung der TV-Serie "Raumschiff Enterprise", die in den USA von 1966 bis 1969 und später auch im deutschen Fernsehen lief. FOTO: dpa
Stadt Kempen. Mit Professor Metin Tolan als Festredner startete das Kempener Luise-von-Duesberg-Gymnasium in die Jubiläumsfeiern. Seine Art, Physik anhand von Star Trek zu betrachten, begeisterte das Publikum in der Schulaula. Von Bianca Treffer

Der 8. Juni 1966 war ein bedeutender Tag. Zumindest, wenn man Professor Metin Tolan zuhört. "An diesem Tag lief nämlich die erste Folge von Star Trek in den USA an", klärt er seine Zuhörer in der Aula des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums (LvD) in Kempen auf. Wie sich das später auch auf den Bildschirmen in deutschen Wohnzimmern anhörte, kann das Publikum für einige Sekunden miterleben. Der Professor für experimentelle Physik an der Technischen Universität Dortmund lässt den bekannten Vorspann ablaufen, der das Raumschiff Enterprise ankündigte.

"Der Weltraum, unendliche Weiten" schallt es durch die Aula, Gesichter verziehen sich zu einem Schmunzeln. Es gibt wohl kaum einen, der diese Worte nicht schon einmal gehört hat. Und doch wurde die Sendung nach dreijähriger Laufzeit in den USA aufgrund von Erfolglosigkeit abgesetzt. Genau 41 Tage vor der ersten Mondlandung flimmerte die Enterprise zum letzten Mal über die Mattscheiben in den amerikanischen Wohnzimmern.

Doch es folgten die nächsten Generationen und das mit durchschlagendem Erfolg. Und damit ist Tolan schon mitten drin in seiner Star Trek Physik. Der Professor lässt die Geschichte der insgesamt sehr erfolgreichen Serie, die es immerhin auf 726 Episoden im Fernsehen und 13 Kinofilme gebracht hat, Revue passieren. "Wenn sie wollten, könnten sie 24 Tage lang Star Trek gucken. Nehmen sie ihren Jahresurlaub dafür, und sie sind danach um einiges schlauer", erklärt er.

Damit ist Tolan schon bei seiner ersten Frage angekommen. Was ist wahr bei der Zukunftsserie? Immerhin wurden damals nur 50 US-Dollar für Beratung in Sachen Physik und Technik ausgegeben. Tolan spricht von 50 gut investierten Dollar, denn der damalige Berater, ein junger Student, brachte den Warp-Antrieb ins Spiel. Immerhin gibt es wissenschaftliche Veröffentlichungen, die aus Einsteins Relativitätstheorie ableiten, dass der Warp-Antrieb tatsächlich funktionieren könnte. Was seinerzeit aber noch niemand wusste, ist die Frage, ob es Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gibt. Das konnte erst 1995 geklärt werden, als der erste Planet außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt wurde.

Mit einem gelungenen Mix aus Unterhaltung und Fachwissen schafft es Tolan, die Besucher in der LvD-Aula in seinen Bann zu ziehen. In verständlicher Manier bringt er den Zuhörern die Lichtgeschwindigkeit näher, definiert Lichtjahre und erläutert, warum die Enterprise in solch ferne Galaxien, wie sie es tat, gar nicht hätte fliegen können. Zehn Billionen Kilometer ergeben ein Lichtjahr. 40 Billionen Kilometer ist Alpha Centauri, der der Sonne am nächsten gelegene Planet, entfernt. Lichtgeschwindigkeit umfasst 300.000 Kilometer pro Sekunde "Ich müsste meinen Laserpointer vier Jahre ins Universum halten, damit der Lichtstrahl dort ankommen würde", sagt Tolan. Das Licht der Sonne dagegen kommt innerhalb von acht Minuten an. Tolan verdeutlicht Distanzen, bringt Techniken näher und hält auch das Beamen auf atomarer Ebene für möglich. Nichtsdestotrotz zieht der Professor am Ende die Bilanz: Auch in 150 Jahren werden die Naturgesetze noch genauso gelten wie jetzt. Und dann wird das LvD immerhin 300 Jahre alt sein

Quelle: RP
 
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