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Stadt Kempen
3. November 1294: Stadtrecht anerkannt

Stadt Kempen. Die wichtigste Urkunde, die das Stadtarchiv hütet, erkennt Kempen erstmals den Rang einer Stadt zu. Sie wurde am 3. November 1294 ausgestellt und beginnt mit der hier abgebildeten lateinischen Zueignung: "Universis presentes literas inspecturis...", zu deutsch: "Allen, die dies hier lesen..." Worauf der eigentliche Rechtsinhalt folgt.

Der Hintergrund: Etwa seit 1290 haben die Bewohner des damaligen Dörfchens Kempen sich gewaltig ins Zeug gelegt, um auf Geheiß ihres Landesherrn, des Kölner Erzbischofs, ihren Ort mit einer ersten Befestigung aus Erdwall und Graben zu sichern. Zur Belohnung sichert Erzbischof Siegfried von Westerburg ihnen in dieser Urkunde diejenigen Freiheiten zu, die er auch schon anderen Städten gewährt hat. Indes: Eine Stadterhebungsurkunde, wie man das in Kempen heute noch gern behauptet, ist dies hier nicht. Mit der Verleihung bürgerlicher Privilegien wird hier lediglich ein Stadtwerdungsprozess zum Abschluss gebracht, der wohl schon Jahre zuvor eingesetzt hat.

Ob es überhaupt eine offizielle Erhebung Kempens zur Stadt gegeben hat, steht dahin. Aber: Es ist der erste überlieferte Urkundentext, der von einer bereits bestehenden, befestigten Stadt spricht.

Und damit den Anstoß bot zur Eröffnung des Festjahres "700 Jahre Stadt Kempen" durch den Kölner Kardinal Joachim Meisner am 3. November 1993 in der Paterskirche im Kulturforum Franziskanerkloster.

(hk)
 
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