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Stadt Kempen
750 Knicklichter für Beine und Schnäbel

Stadt Kempen. In der Fackel-AG des Thomaeums entstehen riesige Vögel für den Kempener Martinszug. Die Schüler tragen die Fackeln wie Kostüme.

"Das ist um ein Vielfaches leichter, als ich gedacht habe", meint Katja. Die Stimme der Gymnasiastin klingt dumpf. Das liegt an dem gewaltigen Lampion, in dem sie steckt und der nur ein kleines Guckloch unter dem gebogenen Schnabel hat. Der wiederum ist 90 Zentimeter lang und fest an dem mit buntem Transparentpapier umhüllten Lampion befestigt. Marie greift zu einem gut zwei Meter langen Holzgestell. "Ich halte die Beine jetzt einfach mal probeweise an", sagt die Schülerin, die Katja schon in den mit einem Rucksack als Tragegestell ausgerüsteten Lampion geholfen hat. Sekunden später klackern die beweglichen Beine aus schwarz lackierten Holzleisten über den Boden. "Das klappt prima. Wenn dann das LED-Band im Inneren an ist und die Knicklichter am Schnabel und den Beinen leuchten, wird das gigantisch aussehen", freut sich Jürgen Hemkemeyer, der die Demonstration der riesigen Laterne im Werkraum des Kempener Thomaeums mit aufmerksamen Blicken verfolgt.

Unter dem Motto "Beleuchtete Körper" hat die seit 2013 bestehende Fackel-AG des Thomaeums in diesem Jahr ihre Arbeiten für den großen Kempener Martinszug am Donnerstag gestellt. Seit den Sommerferien sind 35 Schüler von der Stufe sieben bis zur Q1 damit beschäftigt, fünf riesige Vögel in Form von Kiwis herzustellen sowie zwölf kleinere Marionetten-Varianten. Etliche Meter LED-Band und 750 Knicklichter kommen dabei dank Unterstützung der Sparkasse in den Einsatz. Katja, die inzwischen aus dem Lampion herausgeklettert ist, beginnt mit Romy die Halterungen für die Knicklichter an den Vogelbeinen vorzubereiten. "Wir werden uns eine Stunde vor Zugbeginn treffen, die Knicklichter aktivieren, anmontieren und dann losziehen. Acht Stunden sollen diese Lichter leuchten, das reicht für den Zug allemal", sagt Hemkemeyer.

Ella und Maike sind derweil mit ihrem Günther beschäftigt. Das ist der Name, den sie ihrem Fantasievogel verpasst haben, dessen Körper und Kopf an je einem Marionettengestell hängen, wobei ein langer beweglicher Hals die beiden nach dem Luftballonprinzip hergestellten Teile verbindet. "Wir können die Flügel und den Schnabel so bewegen", sagt Maike. Was die Beleuchtung angeht, gilt auch hier: In die Körperteile kommen LEDs, und der Hals sowie die Beine erhalten Knicklichter. Um die Fackel fortzubewegen, sind beide Siebtklässlerinnen gefordert. Beide werden im Zug ein Marionettenkreuz tragen und gemeinsam Günther Leben einhauchen.

Im gesamten Werkraum herrscht eine freudig, erwartungsvolle Stimmung, denn schließlich sind es nur noch wenige Tage bis zum Zug. "Es ist einfach schön, gemeinsam etwas zu bauen und danach mit allen im Zug mitzuziehen", meint Chantal, die gerade ihren selbstgebauten Pokémon Schiggi mit Licht versorgt.

(tre)
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