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Stadt Kempen
8200 Kilometer voller Abenteuer

Stadt Kempen: 8200 Kilometer voller Abenteuer
Markus Ginders (l.) und David Bernhard waren bei ihrer Tour auch im Schnee unterwegs. FOTO: gb
Stadt Kempen. Hinter Markus Ginders und David Bernhard liegen unvergessliche Tage. Sie nahmen an der Rallye "Baltic Sea Circle" teil. Nach 8200 Kilometern ist nun auch ihre App zur Kompensierung von Kohlenstoffdioxidausstoß an den Start gegangen. Von Bianca Treffer

"Es war totaler Wahnsinn, ein Abenteuer", das ist das Fazit von Markus Ginders aus Kempen und David Bernhard. Es geht um ihre Teilnahme an der Rallye "Baltic Sea Circle", die sie innerhalb von 16 Tagen ohne Navigation in einem Passat, Baujahr 1986, durch zehn Länder führte, wobei Start und Ziel in Hamburg lagen. Der 30-jährige Ginders, der Umwelt- und Bioressourcen-Management an der Uni für Bodenkunde in Wien studiert, und sein Freund, der 31-jährige Programmierer aus Fulda, hatten die Teilnahme als Promotiontour für die von ihnen entwickelte App genutzt, mit der CO2 kompensiert werden kann. Die App rechnet den CO2-Ausstoß aus, den eine jeweils eingegebene Autofahrt oder eine Flugreise verursacht. Und genau das kann kompensiert werden, indem man pro Kilometer oder Flugzeit für ein Klimaschutzprojekt spendet.

"Wir haben bei der Tour Paten gefunden, viele Gespräche über Nachhaltigkeit geführt und symbolisch sogar Bäume gepflanzt", berichtet Ginders. Das Abenteuer Rallye fing problematisch an. Am Starttag gab der Passat in Dänemark den Geist auf. Die Antriebswelle war kaputt gegangen. Ginders und Bernhard saßen von samstags bis montags in Kopenhagen fest, bis das Ersatzteil per Kurier ankam. Nach drei Tagen hatten die beiden ihre beiden Verlusttage aber wieder herausgeholt, allerdings auf Kosten des Schlafes.

Die Rallye zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass die Teilnehmer mit einen alten Auto teilnehmen und es ohne Navigationsgeräte fahren müssen. Es gilt auch auch kuriose Aufgaben zu lösen. So stand in Russland ein Geigenspieler der Philharmonie auf dem Autodach und spielte russische Volkslieder. In Norwegen hingegen wurde das Auto von einem Pferd gezogen, ebenfalls eine der zu erledigenden Aufgaben, die fotografisch festgehalten wurde. Die Ziege auf dem Autositz klappte zwar nicht, aber das tat dem Spaß an der Rallye keinen Abbruch. Auch dass die beiden den vorgegebenen Ort mit den Hinkelsteinen nicht fanden, fiel nicht ins Gewicht.

"Es gab unvergessliche Momente. Wir haben wunderschöne Natur erlebt, viele Menschen kennengelernt und uns dank unseres guten Kartenmaterials eigentlich wenig verfahren", erzählen der Kempener und sein Freund. Die Rallye-Party auf den Lofoten ist ebenso unvergesslich wie die Buckelpiste von Finnland nach Russland, auf der das Team acht Stunden für 120 Kilometer benötigte. Das vermeintlich gestohlene Auto in Russland lässt Ginders und Bernhard noch heute schmunzeln. "Wir haben das Auto abgestellt und waren baden. Als wir wiederkamen, war der Wagen mit allem weg. Wir gingen sofort von einem Diebstahl aus. Ich hatte nur eine Visa-Card, alles andere war im Passat", berichtet Ginders. Bei der Polizei gab es keinen Dolmetscher, der konnte erst am nächsten Tag organisiert werden. Da auch die Handys im Auto waren, fehlte der Kontakt zu den Rallye-Organisatoren. Die wiederum hatten das Paar schon gesucht, weil es keinen Kontakt mehr gab. Das gestohlene Auto entpuppte sich als abgeschleppt. Allerdings musste zum Auslösen des Wagens erst ein Konto in Russland angelegt werden, damit die Strafe von 55 Euro bezahlt werden konnte. Um den erneuten Zeitverlust herauszuholen und pünktlich wieder in Hamburg einzutreffen, fuhren Ginders und Bernhard die letzten 48 Stunden durch. Aber das tat der Begeisterung keinen Abbruch, wobei sich die beiden letztendlich am meisten freuen, dass sie ihre App "CO2mpensio" publik machen konnten und sie ab sofort heruntergeladen werden kann. Über die Uni Wien als Kooperationspartner fließt das über die App gespendete Geld in eine Brachflächenrenaturierung in Äthiopien. Ginders und Bernhard selber hat ihre 8200 Kilometer lange Tour in Sachen Kompensation 32 Euro gekostet.

Quelle: RP
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