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Serie Ferienalphabet: N Wie Niederlande
Abschalten in den Niederlanden

Serie Ferienalphabet: N Wie Niederlande: Abschalten in den Niederlanden
Jeden Samstag findet auf dem Nolensplein im alten Stadtzentrum ein großer Wochenmarkt statt. Bei schönem Wetter erlebt er einen riesigen Zuspruch bei den Einwohnern, aber auch bei vielen Gästen aus Deutschland. FOTO: Norbert Prümen
Kempen. Es sind nur wenige Kilometer zu fahren und dennoch stellt sich ein Urlaubsgefühl ein. Venlo liegt direkt hinter der Grenze des Nachbarlandes und bietet viel mehr als nur einen günstigen Kaffeeeinkauf. Von Bianca Treffer

Venlo Der Nolensplein ist ein Meer aus weißen Dächern, betrachtet man ihn von oben. Dutzende von Marktständen stehen dicht an dicht nebeneinander und verwandeln die Parkfläche mitten in der Venloer Innenstadt in einen einzigen großen Markt. "Speciale aanbieding, Superangebot" schalt es den Besuchern aus den unterschiedlichen Ecken entgegen. Dort sind es Obst und Gemüse, die, in größeren Mengen gekauft, mit günstigen Preisen locken. Ein Stückchen weiter ist es der Käse, und wer drei Tüten mit Stroopwafel, wie die niederländischen Sirupwaffeln heißen, kauft, der bekommt eine vierte gratis dazu. Fröhliche Sommerstoffe sind zu sehen, von der Unterwäsche bis zur Jeans ist alles vertreten, und selbst der Vierbeiner kann sich freuen. Ein Stand mit Hundefutter und Zubehör ist ebenso vor Ort.

Jeden Samstag findet auf dem Nolensplein, nur wenige hundert Meter von der Maas entfernt, der Wochenmarkt statt. Tütenbepackte Besucher schieben sich in Trauben entlang der Stände. Ein Stimmengewirr aus Niederländisch und Deutsch liegt über dem Markt. Die Straßencafés sind voll mit Menschen. Unter Sonnenschirmen und Markisen haben es sich die Gäste bequem gemacht und beobachten das bunte Treiben. Es dampft aus Kaffeebechern, und so manch einer genießt das typische niederländische Frühstück, zu dem unter anderem Schokostreusel, Honigkuchen und Rosinenbrötchen gehören.

Mit dem Shoppingcenter Maasboulevard ist die Innenstadt direkt an die Maas herangerückt. Dort liegen viele Boote vertäut. FOTO: Prümen Norbert

Aber Venlo bietet Besuchern noch viel mehr. Wer in die Gässchen der Innenstadt eintaucht und seinen Blick nicht nur auf die Auslagen in den Schaufenstern konzentriert, sondern auch einmal in die erste Etage und höher schweifen lässt, der entdeckt viele architektonische Besonderheiten. Venlo hat eine Vielzahl von historischen Gebäuden, und dazu gehört nicht nur das Rathaus, das im Stil der Renaissance zwischen 1596 und 1601 errichtet wurde. Wenngleich man sich am Rathaus wie ein König fühlen kann. Dafür sorgt der xxl-Thron. Zwei Stufen aufsteigen und der Besucher kann auf einem gewaltigen Sessel mit einer Narrenkappe am Ende der Rückenlehne Platz nehmen. Den gleichen Thron gibt es einige Straßen weiter nochmals auf dem Platz vor C&A. Allerdings fehlt hier das besondere Ambiente, das das Rathaus verströmt. Mit dem Rathaus im Rücken sitzt es sich einfach besser, insbesondere für die obligatorischen Erinnerungsfotos.

Die ältesten Häuser Venlos beherbergt hingegen die Gasthuistraat, mitten in der Innenstadt. Einen Abstecher ist auch die Martinikerk wert. Die dreischiffige gotische Hallenkirche stammt aus dem Jahr 1410. Im gleichen Jahrhundert ist auch das Romerhuis entstanden. An der Ecke der Wijngaardstraat begeistert es aber nicht nur durch seinen Baustil mit den Erkern, Türmchen, den urigen Holzläden und dem Tor. An dieser Stelle ist das Schokohaus zu finden. "Chocolaterie in het Romerhuis" verkündet der Schriftzug in den Fenstern. Wer Schokolade liebt, ist an der richtigen Adresse gelandet. Wie krass die Gegensätze in Venlo sind, wird nur wenige Meter weiter deutlich. Ein Hochhaus ragt direkt neben alten Gebäuden in den Himmel hinein.

Urlaubsfeeling pur ist dann an der Maas angesagt. Direkt hinter der Innenstadt lockt der Fluss. Yachten dümpeln in einem kleinen Seitenarm an einem langen Anleger. Eine Entenfamilie schwimmt gelassen übers Wasser, und über den Grünstreifen watscheln Gänse. Palmen in gigantischen Kübeln sorgen für Mittelmeer-Atmosphäre, dazwischen laden breite Holzbänke mit dicken Polstern und windgeschützte Sitzplätze in einer Art von überdimensionalen Waschzubern zum Verweilen ein. Auf der Maas selber schippert ein Lastkahn, während auf dem Deich Spaziergänger, Jogger und Radfahrer unterwegs sind. Mit Softeis und Frikandel speciaal in der Hand haben es sich Besucher auf den Treppen hinunter zum Fluss bequem gemacht. Die völlig relaxte Stimmung ist nahezu greifbar.

Andere Besucher zieht es zur Keulsepoort 5. Dort ist nämlich das Limburgs Museum zuhause. Neben der Dauerausstellung "Vom Neandertaler bis zum Städter" sind es momentan vor allen Dingen die ganz kleinen Figürchen, die Jung und Alt gleichermaßen begeistern. Noch bis zum 27. August ist "40 Jahre Playmobil" im Museum zu sehen.

Quelle: RP
 
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