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Stadt Kempen
Alt-Propst blickt auf ein erfülltes Leben

Stadt Kempen: Alt-Propst blickt auf ein erfülltes Leben
Seit 2003 ist er offiziell in Ruhestand. Aber als Seelsorger ist der frühere Propst Dr. Josef Reuter immer noch im Einsatz für die katholischen Christen in Kempen. Das geistliche Leben in der Thomasstadt ist ihm stets wichtig gewesen. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Dr. Josef Reuter wird morgen 80 Jahre alt. Er kümmert sich noch heute um die katholische Seelsorge in Kempen. Von Silvia Ruf-Stanley

Wenn man ihn sieht, glaubt man es kaum. Aber tatsächlich kann der ehemalige Propst Dr. Josef Reuter am morgigen Mittwoch seinen 80. Geburtstag feiern. Geboren wurde er am 14. September 1936 in Venwegen in der Voreifel. Dort besuchte er auch bis zur Evakuierung der Familie die Volksschule. Nach dem Krieg ging er auf das Goethe-Gymnasium in Stolberg. Auf das Abitur im März 1957 folgte das Studium der Theologie in Bonn, Innsbruck und Aachen. Nebenbei belegte er noch Kurse in Geschichte und Kunstgeschichte. Themen, die ihn auch in seiner Amtszeit in Kempen nicht los ließen. So verfasste er zahlreiche interessante Broschüren über das kirchliche Leben in Kempen. Zum Priester geweiht wurde er am 9. März 1963 im Dom zu Aachen. Seine erste Kaplanstelle hatte er in Aachen-Burtscheid. Danach war er im bischöflichen Internat "Haus Eich" in Aachen tätig. Von 1967 bis 1976 war er Leiter des bischöflichen Studienheims St. Albert in Dülken und damals der jüngste Leiter eines katholischen Internats in Deutschland. 1976 promovierte er an der Universität Bonn über das Thema "Die Wiedererrichtung des Bistums Aachen".

Im gleichen Jahr kam er als Propst nach Kempen - immerhin eine der größten Pfarreien im Bistum Aachen mit seinen zwölf Kirchen und Kapellen, drei Kindertagesstätten in kirchlicher Trägerschaft sowie dem Annenhof und zwei Altenheimen. 2003 ging er in Ruhestand. Damals zog er zurück in seinen Heimatort Venwegen. Er wollte seinem Nachfolger Propst Dr. Thomas Eicker nicht im Wege stehen, erzählt er im RP-Gespräch. Außerdem genoss er es, wieder im Kreis seiner Familie zu leben. Bis 2010 arbeitete er im Dekanat Kornelimünster als Subsidiar in der Seelsorge. Aber er fühlte sich nicht ausgelastet. Ihm fehlte vieles, was er im geistlichen Leben in Kempen schätzen gelernt hatte.

Zunächst wollte er nach Hinsbeck ziehen. Doch dann kam das Angebot einer Wohnung in Ziegelheide mit Garten und auch noch einem Schwimmbad im Haus. Das gab den Anlass zum Umzug, berichtet er schmunzelnd. Denn er ist nicht nur leidenschaftlicher Gärtner, sondern auch Schwimmer. Früher habe er viel Sport gemacht. Fußball stand ganz oben an, ebenso Joggen. Heute beschränkt er sich auf Frühsport und das Radfahren. "Ein Rad war das Erste, was ich mir wieder gekauft habe, als ich nach Kempen gezogen bin", erzählt er.

Früher hat er viele Weltreisen unternommen. Drei Mal war er in Indien und hat dort auch das Patenschaftsprojekt der Kempener Pfarre besucht. Auch in Brasilien war er. Nun brauche er aber diese langen Reisen nicht mehr. Für den Oktober steht eine Schiffsreise auf der Donau an. Außerdem habe er immer noch eine kleine Wohnung in seinem Heimatort, wo er regelmäßig hinfahre.

Immer noch nimmt er viele Aufgaben in der Pfarre wahr. Aber er ist auch froh, wie viel und was er macht. Es habe sich auch einiges geändert: So seien Trauungen inzwischen viel anspruchsvoller, was die Wünsche vor allem der Bräute angeht. Gleichzeitig fällt es ihm oft schwer, Weggefährten aus seiner Priesterzeit in Kempen zu Grabe zu tragen. Er bedauert sehr, dass es in Kempen keine Ordensschwestern und Mönche mehr gibt. Diese hätten auf ihre Weise viel zum Leben in der Gemeinde beigetragen.

Auch wenn er wegen Herzproblemen kürzer treten muss, macht ihm seine Arbeit in der Pfarre immer noch Freude. "So lange ich das kann, tue ich das gerne." Und wie lange das gehe, bestimme der Herrgott. Er selbst ist zu seinem Geburtstag dankbar für ein langes, erfülltes Leben.

Gefeiert wird der runde Geburtstag am kommenden Samstag mit einer heiligen Messe und anschließend mit der Familie sowie Freunden im Kolpinghaus. Ausdrücklich wünscht sich Reuter keine Geschenke. Lieber wäre ihm da schon eine Spende für den Kirchbauverein der Pfarrgemeinde zugunsten des dringend notwendigen Neuanstrichs der Propsteikirche.

Quelle: RP
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