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Stadt Kempen
Alten Schrank mit Opa verwechselt

Stadt Kempen: Alten Schrank mit Opa verwechselt
Vor ausverkauftem Haus wurde im Forum in St. Hubert das Lustspiel "Der Alte muss weg" aufgeführt. FOTO: Norbert Prümen
Stadt Kempen. Die Kendelbühne zeigte das Stück "Der Alte muss weg" und traf damit einmal mehr den Nerv des Publikums. Johannes Dicks überzeugte in der Hauptrolle, und auch die anderen Darsteller ernteten begeisterten Applaus. Von Margret Vieregge

Hier gleich eine dringende Bitte: Entsorgt ihn nicht, den Alten! Denn wer so in seiner Rolle aufgeht wie Johannes Dicks als Opa Gustav Kuhn, der muss der St. Huberter Kendelbühne noch lange erhalten bleiben. "Der Alte muss weg" hieß es in der Komödie von Margot Weller, die die Kendelbühnen-Komödianten mit gewohntem Schwung und vielen neuen Gags im Forum auf die Bühne brachten.

Verwechselt wurde hierbei ein alter Schrank, der verkauft werden sollte, mit Opa Kuhn (Johannes Dicks). Der brannte auf der Bühne ein tolles Feuerwerk an Clownerien ab. Erst alt, gebückt, mit Stock und Brille und im nächsten Moment topfit, gewieft und charmant. Alt und klapprig gab er sich bei seiner Tochter Brigitte Münz (Miriam Terhoeven), seinem Schwiegersohn Werner Münz (Jörg Terhoeven) und seiner Enkeltochter (Licia Stickelbrock). Doch kaum drehten die den Rücken, wandelte er mit seinem besten Freund Hans (Hartmut Reimer) auf Freiersfüßen und suchte per Annonce eine neue Frau.

Wie die beiden sich erst ein Gläschen nach dem anderen genehmigten, dann ein Tänzchen wagten und über ihr Alter philosophierten, das war ganz großes Kino! Klar, dass die Heiratsanzeige Riesen Erfolg hatte. Und so kehrten am Hohenzollernplatz 19, die Tür zum Bühneneingang, die mit Nummernschild und Türklingel versehen war, nicht nur der Postbote Blank mit Bergen von Briefen (Franzl Becker, vom Publikum begeistert begrüßt), sondern auch die Damen ein, die sich auf die Anzeigen meldeten: Irmi Lemke, als Kaufinteressentin für den alten Schrank, die heiratswütige Frau Aldinger (Karin Balters) und mit französischen Akzent Jacqueline Piquet (Claudia Stickelbruck). Besonderes Highlight war diesmal deren Auftritt über den Mittelgang durchs Publikum, wobei besonders die heiratswilligen Damen gern den ein oder anderen Zuschauer anbaggerten.

Vom Publikum mit großem Jubel bedacht wurde hierbei auch Hartmut Reimer, der in Frauenkleidern (wo um Himmelswillen war nur das Einmannzelt her, das der Schauspieler so kokett trug?) und Knopfstiefeletten eine heiratswillige Dame mimte. In all' dem Trubel durfte auch die Polizei (Manfred Schenk und Sabine Dicks) nicht fehlen, die die Ordnung auch in den Zuschauerreihen herstellen wollte.

"Zum Tanzen ist man nie zu alt", sagte Opa Gustav neben anderen markigen Sprüchen, natürlich in Hüppersch Plott, und so durfte er am Ende mit Jacqueline ein Tänzchen wagen und das Liebespaar sein, das in jeder Komödie vorkommt. Es war ein toller Spaß, kaum zu glauben, dass alle Schauspieler Amateure sind. Der Kendelbühne ist mit ihrem diesjährigen Stück vielleicht sogar ihr bisher bester Auftritt gelungen, den die Zuschauer mit frenetischem Beifall bedachten.

Unter der Regie von Karin Schenk, der Spielleitung von Johannes Dicks, mit neuen technischen Raffinessen, die Theo Balters zu verantworten hatte und der bewährten Souffleuse Nelly Pricken konnte man vor der Tür von Hohenzollernplatz 19 alle Sorgen vergessen und sich ganz der guten Laune hingeben, verbreitet von der St. Huberter Kendelbühne.

Es gibt nur noch wenige Restkarten für die Aufführungen am 1. und 2. Dezember bei Schreibwaren Driesch, Hauptstraße 37.

Quelle: RP
 
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